Jahresbericht 1999-2001

Jahresbericht 1999-2001

I. Statt einem Vorwort

II. Projektland Palästina
1a. Sachbericht
1b. Evaluation Report
1c. Ramallah regional emergency- und Trauma-Zentrum
1d. Palestina Red crescent society, Trauma-Zentrum-Al Bireh

2. Trainingskurs Notfallmedizin
2a. Programm für PHC-doctors
2b. EMT s Trainingskurs

3. Ergebnisse einer Evaluierung (Kurs 1)

4. Ergebnisse einer Evaluierung ( Kurs 2)

5. Medizinische Materialhilfe
5a. Versandanzeige
5b. Bestandliste
5c. Schenkungsurkunde

6. Presseberichte und Mitteilungen
6a. Spendenaufruf
6b. Presseerklärung
6c. General- Anzeige Bonn

7. Anlagen:
7a. Protokoll zum Rettungsdienst im Gaza-Streifen
7b. Protokoll zum Rettungsdienst im Gaza-Streifen in arabischer Sprache
7c. Evaluierungskurs 1 in arabischer Sprache
7d. Evaluierungskurs 2 in arabischer Sprache
7e. Ramallah regional – emergency – und Trauma-Zentrum in arabischer Sprache

III. Projektland Serbien
1a. Kinderklinik Kikinda

IV. Projekt Straßenkinder Istanbul
1a. Wuppertaler-Rundschau

V. Politikerkorrespondenz 
1a. Dr. Guido Westerwelle. MdB
1b. Wolfgang Gehrecke. MdB

Vorläufiger Abschlussbericht

„Medizinische Notversorgung der Zivilbevölkerung in den Palästinensischen Autonomiegebieten in Zusammenarbeit mit Roter Halbmond Palästina“

Vorbemerkung und Einführung

Die Internationale Nothilfe e.V. (IEH) hat als einzige deutsche Hilfsorganisation in einer sicherheitspolitisch hochbrisanten Zeit, in der der Friedensprozess weitgehend zum Erliegen gekommen war, vor Ort Flagge gezeigt und in enger Zusammenarbeit mit der Außenstelle der Deutschen Botschaft und dem Roten Halbmond Palästina sowie den für das Gesundheitswesen maßgeblichen Entscheidungsträgern und Regierungsverantwortlichen zunächst die Lage festgestellt und analysiert, sowie danach neben der Lieferung einer ersten medizinischen Notfallgrundausstattung entscheidende Weichen für einen langfristigen und soliden Aufbau der medizinischen Notversorgung gestellt. 
Die Internationale Nothilfe e.V. (IEH) konnte ihre Zielsetzung realisieren, bis zu 300 verletzten Patienten aus kriegerischen Auseinandersetzungen eine zunächst kurzfristige fachmännische Notversorgung zukommen zu lassen, um dann langfristig durch eine qualifizierte Aus- und Fortbildung des örtlichen Personals neben einer modernen Ausstattung und einem professionellen Management die entscheidende Grundlage für eine angemessene Struktur der medizinischen Notversorgung in den Palästinensischen Autonomiegebieten zu legen. 

1. Allgemeine Lage

Nach dem Osloer Abkommen wurden Teile des 1967 von Israel besetzten Gebietes an die Nationale Autonomiebehörde der Palästinenser (PA) übertragen. Dabei wurden drei Zonen geschaffen: Zone A unter vollständiger Kontrolle der PA; Zone 13 unter PA – Verwaltung, aber unter israelischer Polizeikontrolle und die Zone C im Status eines besetzten Gebietes. Durch diese Einteilung, kam es zu erheblichen Schwierigkeiten administrativer und kommunikativer Art der verschiedenen Zonen untereinander. In diesem Zusammenhang ist die WESTBANK und der GAZA – Streifen sowie die. Siedlungspolitik von erheblicher und konfliktreicher Bedeutung. 

1.1. GAZA – Streifen

Staatsform: unter Kontrolle der PA

Staatsname: Zugehörig zum entstehenden Palästina – Staat

Grenzen: im Westen Mittelmeer, im Norden und Osten Israel, im Süden Ägypten

Bevölkerung: überwiegend Palästinenser

Einwohner: 600 000 in GAZA Stadt, 1.25 Mio. in GAZA 

Sprache: Arabisch

Religion: überwiegend Muslime gefolgt von einer christlichen Minderheit, über 3000 
Juden in 18 jüdischen Siedlungen (1986)

Fläche: 360 qkm (Länge: 40km, Breite: 6 – 10km)

Hauptstadt: GAZA – City

Wichtige Städte: GAZA – City, KHAN YUNIS, RAFFA, DEIR AL-BELAH

Bevölkerung: 1948 lebten im GAZA – Streifen 80000 Araber. Durch die verschiedenen
Kriege wuchs die Bevölkerung auf 1.25 Mio. Ein Großteil sind Flüchtlinge
oder ihre Nachkommen. 

1.2. WESTBANK

Staatsform: Palästinensische Autonomie

Staatsname: Hauptteil des entstehenden Palästinenserstaates

Grenzen: Norden, Westen und Süden Israel, Osten Jordanien

Bevölkerung: Palästinenser

Einwohner: 2.2 Mio. (Quelle PRCS)

Sprache: Arabisch, Hebräisch

Religion: überwiegend Muslime, christliche Minderheiten,einige tausend Juden in mehr als 127 jüdischen Siedlungen
Fläche: 6000 qkm

Hauptstadt: JERICHO

Wichtige Städte: RAMALLAH, NABLUS, JININ, HEBRON, JERICHO

2. Medizinische Aktivitäten in Gaza und der Westbank

2.1. Einführung

Schon zu Beginn der zweiten Indifada, wurde die Weltöffentlichkeit aufmerksam auf die Vielzahl der Verletzten. Unser Vertreter in Amman teilte uns mit, dass bis Ende Dezember 300 Palästinenser durch israelische Soldaten und Siedler getötet und mehr als 20 000 verletzt worden seien. In palästinensischen Krankenhäusern fehle es im Equipment und Medikamenten. Oftmals würden die Verletzten das Krankenhaus nicht rechtzeitig erreichen. Das Ende der Gewalt sei nicht in Sicht, so dass die Zahl der Toten und Verletzten noch ansteigen würde. Nach Informationen unseres Vertreters würden viele Verletzte zur Behandlung ins Ausland, unter anderem auch nach Deutschland, gebracht. 

Nach Kenntnis dieser Lage wurden durch die IEH Kontakte zu Herrn Fayeq Husein von der Palestine Red Crescent Society (PRCS) in AL-BIREH geknüpft. Unsere Idee war es, die Verletzten im Land fachgerecht zu versorgen. Zu diesem Zweck wollte die IEH ein Feldlazarett mit 300 Betten aufbauen, was aber nach Rücksprache mit dem PRCS sich als nicht zweckmäßig erwiesen hat. Die IEH entschied sich dann, in AL-BIREH einen „Emergency Room“ aufzubauen und für die Startphase ein Begleitteam zu entsenden. Mit Hilfe des Auswärtigen Amtes, des Arbeitsstabes Humanitäre Hilfe und öffentlicher Spenden, konnte ein Team bestehend aus einem Arzt, einem Krankenpfleger und einer Koordinatorin nach Palästina geschickt werden. Nach unserer Ankunft am 3. Mai, setzten wir mit dem PRCS unser Programm für die kommenden drei Monate wie folgt fest:

• Ausbildung in Prähospital-Rettung und Aufnahme im „Emergency Room“,
• Arbeit in einem Krankenhaus,
• Vorbereitung des Transports von medizinischen Gütern für den Aufbau der
Notaufnahmestation und
• Begutachtung und Beurteilung des Rettungswesens.

Bei Bedarf sollte noch:

• der Aufbau einer schnellen Einsatztruppe und
• die Einrichtung einer Prothesenwerkstatt

diskutiert werden. 

2.2. Sachstandsdarstellung zur Ausbildung von Rettungskräften des Palästinensischen Roten Halbmondes

Vom 10. bis zum 23. Mai führte die IFH zwei Trainingskurse in GAZA für Rettungskräfte und Ärzte/Schwestern des „Emergency Room“ des Al Quds Krankenhauses durch. Je Kurs nahmen 15 Personen teil. Die Ausbildung fand an 6 Tagen pro Woche mit täglich 6 Stunden statt. Dabei wurden folgende Themen behandelt: 

• Prinzipien der Rettung,
• Notfallmedikamente,
• Analgetika, Sedativa und Narkotika,
• Traumen,
• Respiratorische Notfälle.
• Cardiale Notfälle,
• Hyper- und Hypotonus,
• Blutungen,
• Pädiatrische Notfälle,
• cardiopulmonale Reanimation und
• Kriegsverletzungen.

Ebenfalls in AL BIREH wurde vom 28. Mai bis zum 30. Juni je ein Trainingskurs für Rettungskräfte des PRCS und einer für Ärzte des Gesundheitsministeriums mit dem gleichen Tages- und Stundenansatz durchgeführt. Themen waren hier: 

• Polytrauma, Fallbesprechung,
• Reanimation bei Kindern,
• Verbrennungen,
• Ertrinken, Beinaheertrinken,
• EKG und prähospitale Diagnostik,
• Respiratorische Notfälle und
• Cardiale Notfälle.

Zwei Kurse in NABLUS und HEBRON mussten leider aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

In der Zeit vom 10. – 23. Juli wurden zwei waltete Kurse in GAZA für Ärzte des Gesundheitsministeriums, des PRCS und der UNRWA durchgeführt.

Die teilnehmenden Ärzte hatten ihr Studium in unterschiedlichsten Staaten absolviert, zum überwiegenden Teil in den ehemaligen „Ostblockländern“. Vielen fehlte die praktische Erfahrung. Zumeist waren auch die Ärzte auf einem Ausbildungsstand Anfang der 90er Jahre stehen geblieben. Wegen der derzeit fehlenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten besteht daher ein dringender Bedarf an einer Institutionalisierung eines unserem Ansatz vergleichbaren Kurssystems. 

Ein weiterer großer Mangel besteht an gut ausgebildeten Fachkräften. Die wenigen „Spezialisten“ vor Ort verlassen nach und nach das Land. unter anderem wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in der Region und der besseren Bezahlung im Ausland. 

Die Rettungskräfte haben sich in den letzten 5 Jahren in ihrer Qualität enorm gesteigert Allerdings fehlt es noch an einer einheitlichen Ausbildungsrichtlinie. sowie an Grundlagen der medizinischen Versorgung im Rettungsdienst. Aus diesem Grund ist ein sicherer und fachgerechter Transport der Patienten meist nicht gewährleistet. Adäquater Umgang mit dem vorhandenem Equipment muss noch trainiert werden. 

Um die Resonanz der Kurse bei den Teilnehmern zu erfahren, wurden Fragebögen verteilt. Das Ergebnis wird in der Anlage niedergelegt. 

Besondere Schwierigkeiten waren bei der Rettung unter Waffeneinwirkung und Behinderung durch Blockaden und zerstörte Straßen zu berücksichtigen. Eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Roten David Stern existierte auf keiner Ebene. Allerdings soll nach Angaben von Dr. Ilias (Leiter vorn Dienst) die Zusammenarbeit mit dem David Stern gut funktionieren. Das israelische Militär hat während des Einsatzes 57 von insgesamt 75 Ambulanzen des Roten Halbmondes beschossen mit 10 Totalschäden. Ein Mitarbeiter des Roten Halbmondes wurde im Laufe der Zweiten Intifada getötet. 93 wurden verletzt. Ein Mitarbeiter wurde im Winter gezwungen, sich auszuziehen und stand 4 Std. nackt in der Kälte. 

Uns wurde berichtet, dass die Ambulanzen auch zu „privaten Zwecken“ gebraucht werden. 

Die Mitarbeiter waren seit Beginn der Intifada täglich im Einsatz ohne eine vor allem psychologische Betreuung. Zu überlegen ist, ob und wie die Erfahrungen deutscher Psychologen, aus dem Einsatz beim Zugunglück in Enschede für die Region genutzt werden können. 

2.3. Sachstandsdarstellung der Arbeit in einem Krankenhaus

Während und nach den Bombardierungen GAZA’s arbeiteten wir in der Notaufnahmestation des AI Quds Krankenhauses. Wir haben dort bei der Aufnahme und Versorgung von Schuss- und Kriegsverletzten wesentliche Assistenz geleistet. 

In AL-BLREH fand sich kein geeignetes Krankenhaus in dem Herr Lutterberg eingesetzt werden konnte, sodass wir nach JERUSALEM in das Makassed Islamic Charitable Hospital ausweichen mussten. Er arbeitet dort seit dem 3. Juni auf der Intensivstation der Herzchirurgie. 

Die Abteilung besteht aus dem Chefarzt, einem Oberarzt und zwei Assistenten. 12 Pfleger und Schwestern arbeiten im Dreischichtsystem. Da nicht immer ein Arzt auf der Station verfügbar ist, hat sich das Pflegepersonal notgedrungen eine gewisse fachliche Kompetenz angeeignet, die natürlich nicht ausreicht, um medizinisch fachgerecht behandeln zu können. Die ärztliche Versorgung ist mit unseren Maßstäben in Deutschland nicht zu vergleichen. Die Ausrüstung der Intensivstation und der Ausbildungsstand der Ärzte, Pfleger und Schwestern war meist älter als 10 Jahre. 

Oft konnten die Patienten nicht adäquat versorgt werden, da viele Medikamente und Ausrüstungsgegenstände eines modernen europäischen Krankenhauses nicht verfügbar waren. Leider war man Neuem gegenüber oder Veränderungen nicht immer aufgeschlossen, was die Arbeit erschwert hat. Versuche, modernere Methoden oder bessere Behandlungssequenzen einzuführen, schlugen aus diesem. Grund meist fehl. Man war der festen Überzeugung, das einzig Richtige und Beste zu tun. 

Im Durchschnitt wurden 7-8 Patienten pro Woche operiert. Die meisten von ihnen litten an Coronarer Herzkrankheit und kamen nach der Anlage von Aorto-coronaren-Venenbypässen auf die Intensivstation zur Nachbeatmung und Weiterbehandlung. Seltener wurden Patienten mit Klappenerkrankungen operiert. 

Die zur Verfügung stehende Beatmungsgeräte (Benett 7200, Ende der 80iger Jahre) sind zur Nachbeatmung in der Herzchirurge nicht geeignet, da moderne, bessere Beatmungsmodi fehlen. Eine postoperative analgetische Versorgung der Patienten erfolgte nicht oder nur sehr unzureichend. Die Sedierung von langzeitbeatmeten Patienten war unbekannt. Eine der häufigsten und gefährlichsten Komplikationen, war die Infektion mit MIRSA (Multiresistente Staphylokokkus Aureus). Grund dafür war einerseits mangelnde Hygiene, andererseits die generelle Abdeckung der Patienten mit Antibiotika, was in Europa und den USA seit vielen Jahren nicht mehr praktiziert wird. Händedesinfektonsmittel gab es auf der Station nicht, zur Hautdesinfektion bei Verbandswechseln wurde Betaisadona verwendet, eine Methode, die in Deutschland nur noch sehr selten Anwendung findet. 


2.4. Sachstandsdarstellung zur Vorbereitung des Transports von medizinischen Güter für den Aufbau einer Notaufnahme 

Die Einfuhr des Equipments erwies sich als äußerst schwierig, da die Packliste vom PRCS an die Palästinensischen Behörden und von dort zur Genehmigung an die Israelischer Behörden geschickt werden musste. Bis zum Eintreffen der Papiere, wie z.B. der Zollgenehmigung der Israelischen Behörden musste mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Hier machte sich die verschärfte politische Gesamtlage sehr zu unserem Nachteil bemerkbar. 

Wir konnten jedoch durch die Unterstützung des Internationalen Roten Kreuzes in Zusammenarbeit mit dem PRCS immer wieder Druck auf eine Verkürzung der Wartezeit ausüben, allerdings nicht immer mit dem zu erwartenden Erfolg. Das Deutsche Vertretungsbüro in RAMALLAH empfahl uns, den Transport solange zurückzuhalten, bis alle Genehmigungen vorlägen, da beim Verweilen im israelischen Zoll eine Gebühr von 1.000 $ US pro Tag erhoben würde. Erst sehr spät im Herbst – Ende August erhielten wir die vorläufige Zollbefreiung der israelischen Behörden, so dass der Transport nach nochmaliger Prüfung durch IEH hier in Deutschland noch in diesem Jahr auf die Reise gehen kann. Die Packliste wird in der An]age vorgelegt. 

2.5. Sachstandsdarstellung der Begutachtung und Beurteilung des Rettungswesens.

Bei der Erstellung unseres Programms wurden wir von PRCS gebeten, das Rettungswesen zu begutachten und eine Beurteilung abzugeben.

Allgemein ist zu sagen, dass das Rettungssystem in Palästina nach dem amerikanischen System “load and go“ aufgebaut wurde. Maßgeblich beteiligt war das Internationale Commitee of the Red Cross (ICRC). 

Der Unterschied zum deutschen Rettungssystem “stay and play“ besteht darin, das hei den Rettungseinsätzen keine ärztliche Versorgung stattfindet. Nach Aufnahme des Patienten durch die Paramedics wird nur eine minimale medizinische Versorgung durchgeführt. Im Unterschied zu den USA, wo die Paramedics eine 4-jährige Ausbildung abso1vieren und anschließen annähernd den Ausbildungsstand eines Assistenzarztes haben, findet in Palästina eine nur 3-jährige Ausbildung statt. 

Oft fehlen den Rettungskräften theoretische Grundlagen und die dazugehörigen praktischen Erfahrungen. Viele haben nur einen Crash – Kurs zu Beginn der Intifada absolviert. Meist besteht die einzige Therapie darin, dem Patienten Sauerstoff zu geben und seltener eine Infusion anzulegen. Eine adäquate, fachgerechte Versorgung ist mangels Equipment und geringem Ausbildungsniveau nur in wenigen Fällen möglich. 

Ein weiteres Problem ist der falsche Umgang mit den vorhandenen Ausrüstungsgegenständen. Oft ist eine Bedienung nicht möglich, da die Einweisung in die Geräte nicht erfolgte und eine Bedienungsanleitung nicht mitgeliefert wurde. 

Ein einheitlicher Fuhrpark mit einheitlicher Ausrüstung der Fahrzeuge besteht wegen der verschiedenen Sponsoren nicht. Die meiste Fahrzeuge sind vom Fahrzeughersteller General Motors und für den Rettungsdienst nur bedingt geeignet. Die Einteilung in Rettungswagen und IGU (Intensiv Care Unit) ist auf Grund nur unwesentlich besserer Ausrüstung nicht gerechtfertigt. Im Einsatz dieser Fahrzeuge sind weder ein Arzt noch gut ausgebildetes Rettungsdienstpersonal vorgesehen. 

Auf Wunsch einiger Kollegen aus GAZA hat die IEH ein Konzept für die Einführung des deutschen Rettungssystems im GAZA – Streifen erstellt. Dieses beinhaltete die Unterteilung der Fahrzeuge in Rettungstransportwagen (RTW), Krankentransportwagen (KTW) und Notarztwagen (NAW), die Schaffung einer zentralen Rettungsleitstelle (RLSt) für den gesamten GAZA — Streifen, die Erstellung von Dienstplänen, sowie die Einführung eines Notarztsystems. 

Dr. Fathe Arafat, Ehrenvorsitzender des PRCS im GAZA – Streifen hat die Einführung dieses sinnvollen Systems zur Überraschung der „Spezialisten“ vor Ort aus uns unbekannten politischen Gründen abgelehnt.
Das Protokoll wird in der Anlage vorgelegt

3. Allgemeine Situation

Am 17. Februar 1947 übertrug Großbritannien, das die Mandatschaft über das Territorium innehatte, die Lösung des Palästina – Problems an die Vereinten Nationen. Die darauf die Teilung des Gebietes und Gründung eines jüdischen und eines palästinensischen Staates beschlossen. Die Palästinenser waren wegen der territorialen Trennung der ihnen zugedachten Gebiete mit dem UN – Beschluss nicht einverstanden und stimmten nicht zu. Die Juden stimmten allerdings zu und David Ben Gureon rief am 14. Mai 1948 den Staat Israel aus. Darauf hin kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den benachbarten Staaten. Als Resultat waren Völkerverschiebungen auf beiden Seiten zu beobachten. Im so genannten Sechstagektieg besetzte Israel 1967 die WESTBANK, OSTJERUSALEM und den GAZA – Streifen. 

Nach dem GAZA – JERICHO – Abkommen 1994 wurde die Palästinensische Autonomie gegründet. Seitdem erfolgt die systematische Gebietsrückgabe an die PA. Das erklärte politische Ziel ist die Gründung eines eigenen Staates Palästina mit der Hauptstadt OSTYERUSALEM. Palästina ist noch nicht von allen Ländern als Staat anerkannt worden. 

Auf Grund der territorialen Teilung der palästinensischen Autonomiegebiete durch Israel ist die Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt. Der massive Siedlungsbau hat ein politisches Pulverfass entstehen lassen. Israelische Straßen, gebaut für die Siedler, durchziehen die Gebiete wie ein Netz. Überall trifft man auf Checkpoints, an denen palästinensische Fahrzeuge nur sehr willkürlich durchgelassen werden. Dies gilt auch für die Rettungsfahrzeuge des PRCS. 

Die Palästinenser wehren sich gegen die Besatzung. Es herrscht seit Jahren mehr oder weniger „Kriegszustand“. 

Die erste Intifada begann 11. Dezember 1987 und endete 13. September 1993. Es war die bis dahin größte unbewaffnete Widerstandsaktion der Palästinenser. Am 29. September 2000 begann die zweite Intifada, sie dauert zurzeit noch an. 

3.1. Die Stadt GAZA und der GAZA – Streifen

GAZA und der GAZA – Streifen haben ca. 1.25 Mio. Einwohner. 

Die Menschen im GAZA – Streifen haben ein enges Wohngebiet von ca. 40 km Länge und. 6-10km Breite. Der südliche Abschnitt des Meeres (ca. 1/3 der Länge des Landes), ist bebaut mit jüdischen Siedlungen. Die nördliche Grenze ist ebenfalls mit 4 Siedlungen bebaut, die von der Küste bis zum Übergang EREZ das Land besetzt haben. 

3.1.2. Grenzen

Im Westen: Mittelmeer, im Norden und Osten: Israel, im Süden: Ägypten. Im Norden gelangt man durch den Grenzübergang FREZ nach Israel, im Süden durch den Grenzübergang RAPAH nach Ägypten. 

3.1.3. Wirtschaft

Die Menschen im GAZA – Streifen leben in erster Linie von der Landwirtschaft der Textilverarbeitung und vorn Fischfang. Der 1andwirtschaft1iche Nutzfläche nimmt auf Grund des rapiden Bevölkerungswachstums immer weiter ab. Angebaut werden Tomaten, Gurken, Wassermelonen und Orangen. Der Export nach Israel oder in andere Länder ist unterentwickelt. 

Die Textilindustrie ist aufgrund der gegenwärtiger Situation und der Grenzschließung durch Israel zusammengebrochen. Ein Import von Rohmaterial und ein Export von Produkten ist daher zur Zeit nicht möglich. 

Fischfang darf auf einem Streifen von 3 km Breite betrieben werden. Oft ist es jedoch den Fischern tagelang untersagt den Hafen zu verlassen. Israelische Küstenwachen kontrollieren die Einhaltung der Fanggebiete sehr streng. 

In kleinen mittelständischen Betrieben werden verschiedene Tonprodukte gefertigt. 

3.1.4. Handel

Grundsätzlich ist der Handel unter israelischer Kontrolle, insbesondere dürfen Medizintechnik, elektronische Geräte, Medikamente nur nach bestimmten Listen und Genehmigung durch israelische Behörden eingeführt werden. Robölprodukte, Zement, Zigaretten, Autos usw. werden ebenfalls durch und über Israel eingeführt. Man kann in GAZA fast alles kaufen, was man auch in Europa in einem Einkaufszentrum erhält. Die meisten Produkte sind aber erheblich teurer. 

Vor allem im Kfz-Bereich existiert ein großer Schwarzmarkt. In Israel gestohlene Fahrzeuge werden hierher verschoben und verkauft. 

3.1.5. Infrastruktur

Zwischen DEIR AL BALAH und KHAN YUNIS ist die Strasse von Nord nach Süd durch eine Siedlerstraße unterbrochen. Ebenfalls auf der Strasse von EREZ bis RAFAH, die jedoch 3 mal durch Siedlerstraßen, die Israel mit den neuen Siedlungen am Meer im GAZA – Streifen verbindet, unterbrochen ist. Die nördliche Strasse verbindet NITZARIM, eine 

Siedlung zwischen GAZA und AL NUSEIRAT, von der Küste bis zum israelischen Grenzübergang MUNTAR. Die zweite liegt zwischen DEIR AL BALAH und KHAN YUNIS und führt von den Siedlungen, die etwa l/3 der Länge der Meeresküste GAZA’s beanspruchen zum Übergang KISUFIM. Sie verbindet auch die Siedlung KFAR DAROM, die südlich von DEIR AL EALAH gebaut ist. Die Straße nach KFAR DAROM ist 2-spurig ausgebaut. Auf der einen Seite dürfen nur jüdische Siedler und Militär fahren, auf der anderen Seite stauen sich palästinensische Autos. Die dritte Verbindungsstraße liegt im Süden zwischen KHAN YUNIS und RAFAH, dem palästinensischen Grenzübergang zu Ägypten, und verbindet die an der südlichen Küste gelegenen Siedlungen mit dem Übergang SUFA. Die Siedler haben auf allen Verbindungsstraßen und zu jeder Zeit Vortritt. Wenn ein Auto eines Siedlers sich auf den Weg macht, wird die Straße für Palästinenser gesperrt, private, offizielle sowie Krankentransporte. Dies führt oft zu stundenlangen Wartezeiten auf der Nord-Süd Achse. Diese Querstraßen werden durch militärische Stützpunkte und Wachtürme kontrolliert. 
Die meist gebrauchten Verkehrsmittel sind Servicetaxen und private PKW. 

Der Flughafen östlich von RAFAH, Gaza International Airport, ist die meiste Zeit geschlossen und steht unter israelischer Kontrolle. 

Mobile Telefone in GAZA funktionieren. Jawal, ein Anbieter, hat die besseren Verbindungen. Orange hat oft schlechten Empfang. Man sagte uns, dass vor jeder Bombardierung die Orange – Verbindungen unterbrochen werden. 

Briefe und Pakete werden durch Internationale Organisationen befördert und in Israel abgeschickt. Bis ein Brief den GAZA – Streifen verlässt, kann es vier Wochen dauern. Alle Telekommunikationsmedien stehen unter israelischer Kontrolle. 

Es gibt eine Radiostation und Satellitenfernsehen kann empfangen werden. Es gibt einen eigenen Palästinensischen Sender, der von GAZA und WESTBANK ausstrahlt, allerdings eher als Nachrichtensender arbeitet und nicht zur Unterhaltung. 

3.1.6. Kulturleben

In GAZA Stadt wird von Dr. Fathe Arafat ein Kulturzentrum gebaut, das 11 Stockwerke hoch werden soll. Dieses beherbergt einen großen Kinosaal, ein Foyer für Ausstellungen, eine Cafeteria, Konferenzräume und ein Theater. Vor kurzer Zeit wurden einige Restaurants niedergebrannt, weil sie eine Alkohollizenz hatten. 

Von einer freien Kulturentfaltung kann im GAZA Streifen nicht die Rede sein. Es gibt keine Presse- und Meinungsfreiheit. Das Kulturleben beschränkt sich oft nur auf Propagandaveranstaltungen der PA. 

3.1.7. Religion

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist muslimisch – sunnitischen Glaubens. Andere religiöse Gruppierungen spielen eine untergeordnete Rolle. 

Die Gläubigen sind stark nach Ägypten orientiert zum Teil auch durch die Kairoer Al Alzahar – Universität, die eine Zweigstelle in GAZA mit über 6.000 Studenten unterhält. Eine zweite sehr konservative Universität hat ebenfalls großen Einfluss auf die Bevö1kerung. 

Es gibt in GAZA Stadt eine katholische Mission der Rosary Sisters, die auch eine Schule betreiben, die von Nonnen geleitet ist.
Die 6.650 Juden üben ihr Religion in den unter israelischem Schutz stehenden Siedlungen aus. 

3.1.8. Politische Lage

Der GAZA – Streifen wird von der PA verwaltet, an deren Spitzte PLO – Chef Yassir Arafat steht. Von ihm wird das gesamte politische Leben diktiert. Eine gesellschaftspolitische Interessenvertretung in Form von Parteien existiert nicht. Es gibt lediglich politisch orientierte Gruppierungen wie Hamas und islamischer Jihad. Große Sympathie finden so genannte arabische Helden wie Sadam Hussein, auch bei der PA. In vielen Büros hängen Bilder, die ihn mit Yassir Arafat zeigen. 

Die islamische Religion hat insgesamt großen Einfluss auf die Politik. Sie stellt eine außerparlamentarische Opposition zu Yassir Arafat. Von 6.000 Studenten der Alzahar Universität sind 5.000 Anhänger der Hamas. 

3.2. Die Westbank

wird im Abschlussbericht ausführlich dargestellt

4.Schlussbemerkungen zu Gaza

werden im Abschlussbericht behandelt

5. Schlussbemerkungen zur Westbank
werden im Abschlussbericht behandelt

6. Besuche bei verschiedenen Institutionen und Einrichtungen

6.1. Besuch des Zentralkrankenhauses in RAMALLAH am 05.05.2001

Gespräch mit dem leitenden Arzt der ER, Basim Rimani.

Das Krankenhaus gilt als zentrale Anlaufstelle für sämtliche Akutfälle in der Region. Es deckt ein Einzugsgebiet von über 300 000 Einwohnern und in speziellen Fällen, wie die Herzchirurgie und Neurochirurgie sowie das Herzkatheter-Labor für das gesamte palästinensische Gebiet inklusive GAZA ah Im Krankenhaus arbeiten spezialisierte Fachkräfte, die u.a. vom belgischen Herzzentrum der Universitätsklinik Genf unterstützt werden. Die meisten Fachgebiete sind am Krankenhaus angeschlossen worden. Entsprechend ist auch der enge Platz. 132 Betten versorgen alle diese Abteilungen. Die durchschnittliche Bettenbesetzung pro Patient liegt bei 2.5 bis 3 Tage, so dass eine enorm lange Wartezeit vorliegt. Diagnostisch ist das Krankenhaus relativ gut ausgestattet. Massive Probleme sind dagegen bei dem Verbrauchsmaterial zu verzeichnen. Patienten müssen dies zum Teil selber mitbringen. Aus bürokratischen Gründen ist das Krankenhaus seit einem Jahr verschuldet und kann die Schulden nicht tilgen. In unmittelbarer Nähe existiert ein zweites Krankenhaus, das relativ neu, groß und gut ausgestattet ist. Dieses Haus ist von den Emiraten finanziert ist (Krankenhaus Sheikh Zaild Ibn Sultan). Es gibt leider keine Zusammenarbeit zwischen den beiden Krankenhäusern. 

• Notaufnahme mit 6 Betten, täglich bis 200 Aufnahmen, jedoch nicht alles Notfälle. Es ist sehr schwierig, die Leute zu überzeugen, dass sie keine Notfälle sind (Kopf- und Bauchschmerzen). In den letzten Monaten versuchte man, ein Modell zu praktizieren, in dem ein Arzt vor der Notaufnahme eine Art Selektion durchführt. Dieses Modell ist jedoch gescheitert. In der Notaufnahme sind 6 Ärzte in 8-stündigem Arbeitsrhythmus tätig. Über die Qualifikation der Ärzte ist uns nichts bekannt. Wir werden gemeinsam mit den im Rettungssystem tätigen Roten Halbmond – Personal Fortbildungen durchführen. 

Die Abteilung ist von den Räumlichkeiten völlig überfordert und unorganisiert. Die Planung für neue Aufnahmen soll im Gange sein. Durch die Vorbehandlung in den vorn Roten Halbmond aufgebauten Notaufnahmen in unterschiedlichen Regionen wurde das Krankenhaus um 80% entlastet. im November, Dezember waren 90% aller Aufnahmen Traumachirurgie, 90% davon ohne Komplikationen. 

• Wir haben speziell das Herzzentrum besucht. Der Herzchirurg ist ein deutscher Staatsbürger palästinensischer Herkunft und wird von der Weltbank ‘finanziert. In der Woche werden 5-6 OP‘s durchgeführt. Durchschnittsalter unter 65 Jahren Meistens sind es Bypass OP‘s. Der Abteilung stehen 3 Betten zur Verfügung. Es ist erörtert worden, dass Sebastian dort intensiv mithelfen kann. 

• Abteilungen/Betten: Innere 8, Gynäkologie 7, Orthopädie 8, Urologie 3, Entbindung l4, Cardiochirurgie 8, Kinderchirurgie 4, Nephrologie 3, Neurochirurgie 7, Pulmologie 3, Pädiatrie 27, allg. Chirurgie 11, Säugling 12, IST 4, IC 10, OP-Säle 4, Herzkatheter-Labor 1. 

6.2. Besuch in Reha-Zentrum RAMALLAH am 05.05.2001

Ambulante und stationäre Behandlung. Gespräch mit Dr. Ghazi Hanania. Patient‘s Friends Society, RAMALLAH und Mitglied des Palästinensischen Nationalrates 

• Palästinensischer Ärzteverband in Deutschland gibt technische Hilfe
• Reha von Unfall- und Kriegsopfern
• Überweisungen vom Zentralkrankenhaus
• Kriegsopfer: Schussverletzungen untere Extremitäten
• Durchführung von Physiotherapie, Ergo- und Hydrotherapie
• Behandlung von Erwachsenen und Kindern
• eigene Rollstuhlwerkstatt
• Selten Amputationen, diese werden in Reha-Zentrum in Jerusalem behandelt
• Amputationen:
• Diab.mell. und pAVK, Potyneuropathie
• Verkehrsunfälle
• Kriegsverletzungen

Kurzes Gespräch mit dem leitenden Orthopäden Dr. Ahmed. Es soll ein ausführliches Gespräch mit den Ärzten der Abteilung geführt werden, um genaueres über die Amputierten und die prothetische Versorgung zu erfahren. Nach unseren ersten Informationen soll es eine Prothesenwerkstatt in Jerusalem geben. Diese ist für die Patienten überhaupt nicht zu erreichen. Der nächste Besuch soll nach unserer Rückkehr aus GAZA stattfinden. 

6.3. Besuch des Palästinensischen Roten Halbmondes NABLUS am 06.06.2001

Gespräch mit dem General Manager Yahya A. Odeh.
Zu Beginn des Gesprächs erläutert er uns den geschichtlichen Hintergrund des Roten Halbmondes in NABLUS. Nach dem ersten Arabisch – Israelischen Krieg 1948 flohen die ersten Palästinenser. Das war der Beginn des Roten Halbmondes NABLUS. 

Nach dem Krieg war hier die erste Station für Flüchtlinge.
Der Rote Halbmond NABLUS wurde gegründet

1952 Erstes Altersheim für Frauen und Männer, das heute noch existiert

1956 erste Blutbank in NABLUS

nach 1956 Gründung einer Sonderschule für geistig Behinderte, Förderung der Integration und Arbeit

1987 erster Ambulanzwagen, Anfang von Notaufnahmen und Rettungsdienst

1988 nach dem Ende des Aufstandes waren 7 Ambulanzen für primäre und sekunäre Transporte verfügbar.

1991 Häusliche Krankenpflege. Ziel war, die Frühentlassungen aus den Krankenhaus zu Hause zu betreuen und somit die Krankenhäuser zu entlasten. Angehörige wurden für die häusliche Krankenpflege angelernt. Nördliches Palästina wurde durchsucht nach Behinderten.

bis 1995 war das RCS selbständig als Red Crescent NABLUS, danach wurde es zum PCRS Abteilung NABLUS.

1998 Im Dezember neues Gebäude bezogen
Die Kosten beliefen sich auf 3 Mio. $ US. Alle Abteilungen sind untergebracht außer Kranken- und Alterspflege. Das Geld wurde gespendet von den Bewohnern von NABLUS 

Der Rettungsdienst leidet unter den Blockaden und Checkpoints trotz humanitärer Absichten vom Rotem Halbmond. Am 30.4.2001 wurde von den Israeli Nervengas eingesetzt, einige Paramedics leiden noch darunter. Nach dem ersten Eindruck verfügt der Rote Halbmond über eine sehr gute bauliche Zentrale. Gespendet von wohlhabenden Palästinensern und den Golfstaaten. Der Fuhrpark ist bunt entsprechend der Sponsoren. Unsere Meinung ist, dass die Wagen für die geographischen Gegebenheiten absolut nicht geeignet sind (NABLUS wächst vom Tal bergaufwärts Bei gleichzeitiger schlechter Wartung (der Fahrer wusste nicht, wie viel PS sein Auto hat), würde dieses System in 1-2 Jahren zusammenbrechen. Das fehlende qualifizierte Krankentransport – Personal macht eine dringende entsprechende Ausbildung notwendig. 


6.4. Besuch des Zentralchirurgischen Krankenhauses R4FIØIA in NABLUS am 06.06.2001

Gespräch mit Dr. Husain W. Jawhari, MD, Leiter des Krankenhauses
Fachabteilungen 145 Betten insgesamt
Allg. Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Augenheilkunde, IilMO. Neuroehirurgie, Urologie, Verbrennungszentrum, Pathologie, Blutbank

• Chirurgische Grundversorgung der nördlicher Westbank
• 95% der Geburten der Westbank, 700 pro Monat
• 1000 Verletzte aufgenommen
• 50% Sekundaraufnahmen
• Verletzungen; Thorax, Kopf, Gefäß
• 58 Gefallene in NABLUS
• TEP-Anlage (Totalendoprothetik)
• Emergency Room ist hochrotiert, 4 Ärzte, 9 Pfleger 2-,3-,4-jährige Ausbildung 
Schichtdienst
• 6 Betten, 38 000 Patienten/Jahr, 120-140 täglich
• Fehlen von Spezialisten, u.a. Thoraxchirurgen, Neurochirurgen. Anästhesisten. Anlauf auf
das staatliche Krankenhaus ist enorm hoch, weil die Patienten kein Geld haben.
• Die Notaufnahme müsste reorganisiert werden und gleichzeitig neu ausgestattet werden.

6.5. Besuch des Krankenhauses der Frauenunion am 06.06.2001

Gespräch mit Dr. Samer Y. Rida, Direktor

• 101 Betten
• Generalkrankenhaus, d.h. Grundversorgung
• Der Träger ist der Arabische Frauenverein
• 30 Jahre alt, davor Geburtshaus
• Chirurg Abteilung, Geburten, Innere Medizin, Gynäkologie, ITS, Neonatologie
• NGO
• Anlaufstelle für Verletzte, 215 Großverletzungen
• unterstützt das Zentralkrankenhaus
• Emergency Room hat 4-5 Betten, 30000 Patienten seit Beginn Intifada Ende September
• 3 OPs 6-10 Operationen/täglich
• dringend gebraucht 5 Betten
• alles muss selbst erwirtschaftet und die Geräte selbst bezahlt werden, was dazu führt, dass
die Patienten das Krankenhaus möglichst meiden.
• Es werden nur Patienten aufgenommen, die wenigstens 30% der Kosten bezahlen können

6.6. Besuch beim PRCS City Center of Ability Development in KHAN YUNIS am 09.05.2001

Gespräch mit Jean E. Calder, Direktor, Rehabilitation Dept.
Mrs. Calder zeigte uns die Einrichtung. Hier sind untergebracht:

• Kindergarten
• Musikschule für Kinder
• Rehabilitation und Physiotherapie für körperlich Behinderte, wir treffen einen 13-jährigen
Jungen, der durch einen Schuss durch die Brust (ventral => dorsal) ab Th3-Th4 gelähmt
ist, er wurde bereits in einem Militärkrankenhaus der Bundeswehr in Koblenz behandelt
• Museum über Kultur und Geschichte der Region
• Workshops für geistig und körperlich behinderte Erwachsene und Kinder verschiedener
Art z.B.: Stickerei, Holzwerkstatt, Teppichknüpferei, Tischlerei
• Schule für geistig und körperlich Behinderte, die Ausbildung endet mit einem staatl.
anerkannten Abschluss. die Kinder werden auch von Lehrern mit körperlicher
Behinderung, wie Taubheit oder Blindheit unterrichtet

6.7. Besuch des Al Amal Hospitals in Khan Yunis am 09.05.2001

Gespräch mit dem Leiter des Krankenhauses. Er gibt uns folgende Auskünfte:

• 1997 neu eröffnet
• 110 Betten
• 6 Abteilungen
• Chirurgie 47 Betten
• Innere/Allgemeinmedizin 14 B
• Intensivstation 6 B
• Neonatologische Intensivstation 6 Betten
• ER ist 24 Stunden am Tag geöffnet mit 5B
• 4 OPs (3 aseptisch, 1 septischen)
• 230 Mitarbeiter
• Januar – September 2000 => 870 Patienten
• November 2000 – Mai 2001 => 1140 Patienten
• 400 Patienten pro Monat
• 20 bis 30 Arzte und Schwestern wurden in das örtliche Krankenhaus nach Gaza
abgezogen

Wir besichtigen das Krankenhaus (OP, NIC, ICU und ER)

• im OP. MC und ICU finden wir keine Patienten
• im ER befindet sich ein Patient
• der zuständige Anästhesist klagt uns sein Leid über veraltete und defekte Narkosegeräte,
nach kurzer Untersuchung von Akram stellt sich heraus, dass die Funktionstüchtigkeit aus
Bedienfehlern resultiert
• ansonsten macht das Krankenhaus (insbesondere ICU und NIC) einen gepflegten
Eindruck
• Hygiene lässt aber teilweise zu wünschen übrig: die Pfleger im OP tragen ihre Uhren, dafür
keinen Mundschutz, einige benutzte Endotrachealtuben liegen in Lösung ein zum
nochmaligen Gebrauch, benutze endotracheale Absaugkatheter liegen auf dem Boden,
andere befinden sich noch an der Absaugung, wohl auch zum wiederholten Gebrauch
• An vielen Geräten im OP befindet sich Rost und Schmutz, was durch bessere Pflege
vermieden werden kann
• 13:00 sind wir zum Mittagessen bei Jean E. Calder
• 14:30 Rückfahrt nach Gaza
• man übergab uns Reste einer Panzergranate, die vor 3 Tagen in der Nähe des PRCS
einschlug und ein 3 Monate altes Mädchen tötete
• weiterhin bekamen wir Nägel einer Nagelbombe, die am selben Tag abgefeuert wurde
und ebenfalls in der Nähe des Hauptgebäudes einschlug, es lagen so viele Nägel auf den
Straßen, das man sie mit Händen auflesen konnte.

6.8. Besuch der “Benevolent Society for the GAZA Strip“ am 16.05.2001

Gespräch mit Hazem Shawwa, Direktor der Prothesenwerkstatt.

Akram hat die Prothesenwerkstatt in GAZA besucht, gemeinsam mit Sebastian und Hanan, von der Presseabteilung des PRCS. Es war ein Kennenlern-Besuch. Die Werkstatt wurde 1974 auf Betreiben von Herrn Rashad Al Shawa, Oberbürgermeister in GAZA, ins Leben gerufen. Dafür wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet.
Zur Zeit wird die Werkstatt von der Stadt GAZA betreut. Das Zentrum hat bis jetzt 3.075 Patienten versorgt Davon sind. ca. 25% Amputationen durch Diabetes mellitus und andere Krankheiten, fast 27% durch Unfälle und der Rest auf Opfer der ersten Intifada zurückzuführen. Ein geringer Prozentsatz sind angeborene Missbildungen. Nazh Angaben von Hazem Shawwa, Direktor des Zentrums, ist die Zahl der Amputierten bei dieser Intifada auf 6 beschränkt. Ein Grund dafür ist möglicherweise, dass die Patienten erst nach einem Heilungsprozess ihrer Amputation die Werkstatt besuchen. Das Zentrum wurde mit Hilfe der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut und ist technisch sehr gut ausgestattet. Das Zentrum verfügt über 6 Orthopädietechniker. 3 sind voll Ausgebildete1 der Rest besitzt keinen Abschluss. Die medizinische Versorgung wird von einem Orthopäde“ vorgenommen, der einmal in der Woche kommt, um die Patienten zu untersuchen. Der letzte medizinische Kontakt ist auf dem Niveau von 1988.
Die Probleme liegen in erster Linie in der wirtschaftlichen Situation der Patienten. Eine Prothese würde mehr als 5.000 NIS kosten. Bei der derzeitigen Situation ist dies für den Patienten absolut unbezahlbar. Die Patienten werden bei der Kostenbeschaffung in drei Kategorien eingeteilt: 

• von der UNRWA vollständig Versorgte Status A (Flüchtlinge),
• versicherte Patienten, die zum Teil durch das Gesundheitsministerium finanziell
abgesichert sind und
• Patienten, die über keine finanziellen Möglichkeiten verfügen.

Zur Zeit versucht Hr. Nabeel Al Shawa, eine Art Mischfinanzierung der unterschiedlichen Einrichtungen zu bekommen. Nach eigenen Angaben ohne Erfolg. Hilfe hat er einmal von der britischen Botschaft in Form einer Materiallieferung für 15 Patienten erhalten. Wir vereinbarten, am folgenden Tag einen Besuch zu machen, wo wir auch Patienten bei der Behandlung sehen konnten. 

Ramallah Regional Emergency und Trauma-Zentrum. Sheikh Zaid ben Soultan

Ramallah Regional Emergency und Trauma-Zentrum, Sheikh Zaid ben Soutan wurde am 01-04-01 eröffnet. Das Krankenhaus wurde mit dem Ziel, erbaut der fehlenden medizinischen Versorgung in der Provinz Ramallah zu ermöglichen. In den kommenden fünf Jahren soll das Krankenhaus für die Behandlung von medizinischen Fällen, die in anderen Krankenhäusern bei Ramallah nicht behandelt werden können, konzipiert werden, um andere Zentren zu ergänzen. Im Rahmen der praktischen Ausbildung der Mitarbeiter des Krankenhauses hat Dr. Akram Naasan einen Kurs im Rettungswesen für die Rettungsärzte und Rettungssanitäter durchgeführt. Dieser Kurs fand an vier Tagen statt und dauerte täglich zwei Stunden. Die folgenden Personen haben daran teilgenommen:

1. Dr. Nidal Tabbieleh, Anästhesist
2. Mahmoud El-Ardah, Anästhesiepfleger
3. Saleh Haggier, Krankenpfleger
4. Samar Al-Khiat, Krankenschwester
5. Mohammed El-Wazni, Krankenpfleger
6. Belal Saadah, Krankenpfleger
7. Fransiska Zamoura, Krankenschwester
8. Gawaher Nofel, Krankenschwester
9. TagnedArshied
10. Maha Abou-Lehiah, Krankenschwester
11. Sami hamdan, Rettungssanitäter
12. Hatern Redwan, Krankenpfleger

Mohammed El-Slqan; Verwaltungsdirektor

Ergebnisse einer Evaluierung zweier Kurse, die in den palästinensischen Gebieten in der Zeit von April bis August 2001 durchgeführt wurden (gekürzte Fassung)

Teilnehmer waren RettungsärztInnen und Notärzte aus den folgenden Bereichen:

• Gesundheitsministerium
• Militärische medizinische Dienste
• UNRWA
• Palästinensischer Halbmond, Public health

(Kurs 1)

Insgesamt nahmen 20 Personen an der Umfrage teil.
Der Kurs dauerte eine Woche (40 Stunden).
Thema des Kurses „ Trauma-Management“

Lieber Teilnehmer, liebe Teilnehmerin!
Die Befragung zu dem Kurs hilft uns, die Qualität des Kurses zu verbessern. So können wir unsere Stärken sowie unsere Schwächen in besser in den Griff zu bekommen. Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen und teilen Sie uns Ihre Verbesserungsvorschläge mit. 

Welche Themen, die zur Weiterentwicklung des Rettungswesens wichtig sind- Ihrer Meinung nach-, die nicht in diesem Kurs behandelt wurden?

1. Vorträge über EKG und seine Analysen
2. Vorträge über Naturkatastrophen
3. Vorträge zur Benutzung des Defibritation( früh defibritation, Kardioversion)
4. Vorträge zur künstlichen Beatmung

Was sind die Stärken dieses Kurses?

1. Der praktische Teil war gut.
2. Die verwendeten technischen Hilfsmitteln waren gut
3. Die vorab Verteilung der Informationen
4. Der Referent war sehr gut u. kennzeichnete sich durch Fachkompetenz.
5. Es gab reichlich Diskussionen zwischen dem Referenten und den Teilnehmer-Innen
6. Es wurden zahlreiche Beispiele aus dem Alltag genannt.
7. Die behandelten Themen wurden verständlich, einfach und nachvollziehbar erläutert.

Was sind die Schwächen?

1. Das Essen war nicht gut.
2. Zu Lange Anreise und schlechte Unterkunft

Was könnte man verbessern?

1. Die Aufteilung der Teilnehmer-Innen je nach Qualifikationen, denn Ärzte und
Krankenpfleger haben verschiedene Interessen.
2. Die Dauer des Kurses sollte länger sein, damit die Themen länger behandelt werden
können
3. Der Kurs sollte nicht an aufeinander folgenden Tagen stattfinden.
4. Solche Kurse sollten in der Zukunft mehrfach angeboten werden

Welche Themen, die zur Weiterentwicklung Rettungswesen wichtig sind -Ihrer Meinung nach-, die nicht in diesem Kurs behandelt wurden?

1. Praktische Übungen an der Thoraxdrainage
2. Praktische Übungen an der Trachiothomie
3. Reanimation, erweitertes Programm
4. Die Erstellung eines nationalen Programms zum Rettungs- und Katastrophenschutz.
5. Verbreitung des theoretischen und praktischen Teils dieses Kurses in allen
Rettungszentren des Landes.
6. Die Behandlung weiterer toxikologischen Notfälle

Was sind die Stärken dieses Kurses?

1. Der Referent war sehr gut und kennzeichnete sich durch Fachkompetenz.
2. Der Referent beantwortete alle ihm gestellten Fragen sehr zufrieden stellend.
3. Die Übereinstimmung der erläuterten Themen mit dem Inhalt des Kurses.
4. Die direkte Verbindung der in dem Kurs behandelten Themen zu den täglich in den
Notfallambulanzen vorkommenden Fällen.
5. Das Selbstvertrauen der Ärzte bei der Behandlung bewusstloser Patienten ist durch den
Kurs gestiegen.

Was sind die Schwächen?

1. Die Dauer war kurz
2. Der praktisch Teil ist zu kurz gekommen.
3. Die fehlende Übernachtungsmöglichkeit auf Grund der politischen Situation.

Was könnte man anders machen?

1. Weitere ähnliche Kurse sollen in kürzeren Zeitabständen stattfinden.
2. Die Dauer des Kurses sollte länger sein.
3. Vorträge über EKG und seine Analysen.
4. Die Notwendigkeit zur Verbesserung der Kommunikation zwischen dem
palästinensischen Halbmond und den anderen Notfallzentren.

(Kurs 2)
Insgesamt nahmen 16 Personen an der Umfrage teil.
Der Kurs dauerte eine Woche (40 Stunden).
Thema des Kurses „Trauma-Management“

Welche Themen, die zur Weiterentwicklung Rettungswesen wichtig sind- Ihrer Meinung nach-, die nicht in diesem Kurs behandelt wurden?

7. Praktische Übungen an der Thoraxdrainage
8. Praktische Übungen an der Trachiothomie
9. Reanimation, erweitertes Programm
10. Die Erstellung eines nationalen Programms zum Rettungs- und Katastrophenschutz.
11. Verbreitung des theoretischen und praktischen Teils dieses Kurses in allen
Rettungszentren des Landes.
12. Die Behandlung weiterer toxikologischen Notfälle

Was sind die Stärken dieses Kurses?

6. Der Referent war sehr gut und kennzeichnete sich durch Fachkompetenz.
7. Der Referent beantwortete alle ihm gestellten Fragen sehr zufrieden stellend.
8. Die Übereinstimmung der erläuterten Themen mit dem Inhalt des Kurses.
9. Die direkte Verbindung der in dem Kurs behandelten Themen zu den täglich in den
Notfallambulanzen vorkommenden Fällen.
10. Das Selbstvertrauen der Ärzte bei der Behandlung bewusstloser Patienten ist durch den
Kurs gestiegen.

Was sind die Schwächen?

4. Die Dauer war kurz
5. Der praktisch Teil ist zu kurz gekommen.
6. Die fehlende Übernachtungsmöglichkeit auf Grund der politischen Situation.

Was könnte man anders machen?

5. Weitere ähnliche Kurse sollen in kürzeren Zeitabständen stattfinden.
6. Die Dauer des Kurses sollte länger sein.
7. Vorträge über EKG und seine Analysen.
8. Die Notwendigkeit zur Verbesserung der Kommunikation zwischen dem
palästinensischen Halbmond und den anderen Notfallzentren

Presserklärung

Deutsche Hilfsorganisation baut in den Palästinensischen Autonomiegebieten die „Erste Hilfe Station Al-Bireh“ auf.

Die deutsche Hilfsorganisation „Internationale Nothilfe e.V.“ baut in den Palästinensischen Autonomiegebieten in Al-Bireh, Ramallah eine Erste Hilfe Station auf. Hier sollen verletzte Patienten fachmännisch notversorgt und die Kräfte des Roten Halbmond in der medizinischen Notversorgung ausgebildet werden. 

Die „Internationale Nothilfe e.V. IEH“ ist ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat Menschen zunächst mit medizinischer Soforthilfe zu helfen. Die Versorgung von Verletzten durch Minen und andere Explosivstoffe mit definitiver Prothetik und psychischer wie physischer Rehabilitation steht im Mittelpunkt von IEH. 

Das Projekt „Erste Hilfe Station Al-Bireh“ wird vom Arbeitsstab Humanitäre Hilfe des Auswärtigem Amtes und der Bundesärztekammer unterstützt. Die Station wird in enger Zusammenarbeit mit dem „Palästinensischen Roten Halbmond“ und dem „Deutschen Verbindungsbüro in Ramallah“ aufgebaut. I)as Auswärtige Amt hat sich bei <1er Beschaffung von medizinischem Verbrauchsmaterial und den Personalkosten für zunächst drei Monate maßgeblich beteiligt. 

Der deutsche Arzt Akram Naasan – Stellvertretender Vorsitzender der IEH — wird selbst ab 02. Mai mit zunächst drei deutschen Mitarbeitern die „Erste Hilfe Station Al-Bireh“ aufbauen. Der Transport nut der Erstausstattung an medizinischem Gerät und Material verlässt Bonn am Die Firma HKR hat die Logistik übernommen und darüber hinaus großzügige Spenden Bonner Firmen und Bonner Krankenhäuser eingeworben. 

Die lEI1 wurde 1997 im Amtsregister Wuppertal als gemeinnütziger Verein registriert. Die Schirmherrschaft wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal Dr. Hans Kremendahl übernommnen.
Spendenkonto Stadtsparkasse Wuppertal Stichwort „Al-Bireh“ KontoNr. 125 989 BLZ 330 50 000. 

Presse- und Fototermin am Mai um 11:00 Uhr bei Abfahrt des Materialtransports. Anwesend sind 1. Vorsitzender der IEH Prof. Dr. Uhlig und Geschäftsführer HKR Karl Rauchel. Interviewwünsche vor Ort über Mobiltelefon 01749444569

Protokoll der Sitzung, Donnerstag 17.5.2001

Teilnehmer:
Dr. Teysir Fatuh, Facharzt für Anästhesie
Dr. Ntdal Almuranni‘ Orthopädiechirurg
Dr. Fayez Jabril‘ Leiter Rettungsdienst Gaza — Streifen
Dr. Khaldi Dschuda Vorsitzender PRCS Gaza — Streifen
Dr. Akram Naasan, IEH
Sebastian Lutterberg, IEH

Themen:
– Rettungswesen Gaza-Streifen
– Material und Mittel des Rettungswesens
– Kommunikation Gazastreifen
– Aufnahmestationen in den Krankenhäusern des Gazastreifens
– Koordination zwischen Rotem Halbmond und Gesundheitsministerium und militärischem
Medizindienst und der NGOs
– Katastrophenschutzplan

Diskussion:
Akram Naasan: Der Gazastreifen ist ein enger Streifen am Mittelmeer, von ca. 360 km2, EW ca. 1,2 Mio. Enorm hohe Bevölkerungsdichte Der Gazastreifen ist in 4 Teilen geteilt: Norden und Gaza, Mitte, Gouvernement Khan Yunis, Rafah Im Falle der Sperrung wird der Streifen zumindest in 2 Teile geteilt höchstens in 4. Deshalb benötigen wir Rettungszentren, die dezentral organisiert sind Was zur Zeit praktiziert wird, ist das amerikanische Rettungswesen, um die Patienten schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen. Probleme, die z. Zt. im Gazastreifen infolge des amerikanischen Modells vorhanden sind:

– der Patient wird abenteuerlich von Seiten des Fahrers und des Rettungsassistenten transportiert(3xUnfälle mit Beteiligung von Rettungsfahrzeuge innerhalb 10-Tage)

– ohne medizinische Begleitung, bzw. ohne erwiesene medizinische Hilfe

– dem Patienten sind dadurch mehr Komplikationen und Schaden erstanden (u.a. Todesfälle)

– Sammlung von mehreren Rettungsfahrzeugen am Unfallort unbegründet, was zu einer Behinderung der Rettung führt

Um dieser Problematik ein bisschen Herr zu werden, schlage ich ein Modell vor, das in Deutschland praktiziert wird

– Stabilisierung, dann Transport

– Arztbegleitung

– Transport zum geeigneten Krankenhaus

Es ist zu diskutieren, ob wir ein Stationssystem oder ein Rendezvous-System befürworten Im Falle des Stationssystems würde ein Arzt permanent im Rettungswagen sein. Dieses Modell ist an ein Krankenhaus gebunden. Im Rendezvous-System wird ein zusätzliches Fahrzeug benötigt wird, um den Arzt zur Unfallstelle zu bringen. Ferner wurde besprochen, dass es andere Möglichkeit zur Rettung gibt, z.B. Luftrettungssystem. Allerdings ist momentan darüber nicht zu reden. 

Nachteile des Stationssystems:

– Vorhandensein eines permanent 24-stündigen Arztes

– Benötigt mehr PersonaI

– Teuer

Dr. Nidal Abmuranni: Vorschlag für den Gazastreifen:
Gazastreifen wird in 3 Teile geteilt.
– Nordgebiet
– Gaza Stadt
– Jabalya
– Bet Hanun
– Bei Lahia

– Mittelgebiet:
– Muaskar Nuseirat
– Musakar Brig
– Muaskar Al Marasi
– Al Zuaida
– Stadt Deir al Balah

– Süd:
– Stadt Khan Yunis
– Stadt Rafah

Die medizinische Versorgung, die z. Zt. im Gazastreifen vorhanden ist, besteht aus 6 Rettungsstellen, 8 Krankenhäusern. 

Gebiet Nord
2 Zentren, Jabalia, Gaza:

– 1 Staatliches Krankenhaus Al Shifaa (Zentralkrankenhaus für alle Notfälle und Verletzungen des Kopfes und der Brust)

– 2 Privatkrankenhaus Al Auda: Mittlere und leichte Verletzungen, al Quds: mittlere und leichtere Verletzungen. Al Quds gehört dem PRCS

Mittelgebiet

– 1Rettungszentrum

– 1 staatliches Hospital Shorda al Aqsa: für mittlere und leichtere Verletzungen

Gebiet Süd

– 3 Rettungszentralen Khan Yunis, Rafah, Al Matar

– 3 Staatliche Hospitäler
– Nasr: alle Aufnahmen ausser Kopf, Brust und Blutgefässe,
– Abu Yusef al Najar: alle mittleren und leichteren Fälle,
– Europäisches Krankenhaus: Nur Geburten und Gynäkologie z. Zt.

– 1 Privatkrankenhaus Al Amal, gehört dem roten Halbmond, mittlere und leichtere Verletzungen 

Alle Rettungszentren gehören dem Roten Halbmond.

Eine Blockierung der Strassen bedeutet komplette Isolierung des Gazastreifens. Falls die Blockierung partiell ist, bedeutet dies die Teilung der Streifen Süd und Mine von Nord. Das hat zur Folge: keine Möglichkeiten der Behandlung von Kopf und Brust sowie Dialyse-Erkrankungen. Wenn aber die Teilung komplett ist, d h Nord von Mittel und Süd dann hat das mittlere Gebiet keinerlei medizinische Versorgung Auch keine Blutbank. Das Gleiche gilt auch für den Abschnitt Süd. 

Straßenverhältnisse:

– Strasse Saladin: Hauptstrasse des Gazastreifens, beginnt Bet Hanun und führt bis zum Tor des Saladin in Rafah. Das Saladin Tor in Rafah gilt als der härteste Punkt der Auseinandersetzungen.

– Die Küstenstrasse ist die 2. Hauptstrasse. leider in der Nähe der Stadt Der el Balah unterbrochen, da die Siedlungen beginnen.

All diese Zentren haben die gleiche Nummer 101. Jedes Zentrum hat eine eigene Leitstelle und einen eigenen Fuhrpark Krankenhäuser, die während der Intifada entstanden sind:

Muhammed A1 Durra Kinderhospital
Al Quds
Al Aqsa
Europäisches Krankenhaus
Abu Yusef Najar

Im schlimmsten Fall kann man die Streifen in 5 Teile teilen:

– Erez teilt Bet Hamm vom Rest
– Netzarim trennt Mittel von Gaza Stadt
– Checkpoint Quardaron und Kreuzung Katif trennen Khan Yunis von der Mitte
– Miraj trennt Rafah vom Rest des Streifens

Die Orte der Auseinandersetzungen:

– Im Norden: Ere4 Bet Hamm, Bet Lahia, Al Sudania

– Gaza: Kreuzung AA Shuada, Grenzübergang AA Mintar, Grenzstreifen und Nahal Os.

– Mitte: Kreuzung AA Shrada, Quardarun, Al Maghazi, und AA Bridje, Khan Yunis, AA Matahem, Sofiyin, AA Amal Viertel, Grenzübergang Al Tuffah, östliche Grenzstreifen

– Rafah: Saladin Tor, Miraje, Ägyptische Grenze

Akram Naasan: Wegen der momentanen Situation der Blockierungen und der militärischen Sperren und auf Grund der Schwere der Verletzungen, müssen wir dringend eine ärztliche Begleitung während des Transportes befürworten. 

Transportarten:
Primärtransport: Der Transport von Verletzungs- zum Behandlungsort
Sekundärtransport: Transport von Krankenhaus zum nächsten

Rettungsmittel:
Wir sollen einen Krankentransportwagen, besetzt mit einem Fahrer und einem Rettungsassistenten einteilen.
Alle Fahrzeuge der Abteilungen, entsprechend der Normen, haben sie in einer Liste erhalten. Für den Streifen haben wir zunächst empfohlen, ein Rendezvous-Systern 20 % einzuführen. 70-80% ein Stations-System.

Qualifikation für das Personal wurde auch diskutiert. Dringende Empfehlung einer Weiterbildung der Kurse für die Arzte und Rettungsassistenten.

Folgende Modelle haben wir für den Gazastreifen diskutiert und empfohlen:

Stationssvstem:
6 Fahrzeuge. besetzt mit einem Arzt. Rettungsassistenten. Rettungssanitäter. einen Sanitäter und einen Fahrer. der gleichzeitig auch Sanitätshelfer ist. Das wären 6mal 4, 24 Personen. In 24 Std. würden sie 72 Personen sein.

Krankentransportfahrzeuge:
11 Stück, besetzt von 2 Personen, das wären 22 Personen

Reservefahrzeug:
2 Fahrzeuge, Arzt, Fahrer, 4 Personen

Rendezvous System
6 Fahrzeuge RTW, ein Assistent, Helfer und ein Sani 54 Personen, im Falle des 3-Sehichtsystems. 36 Personen im 12-Stunden Schichtsystem.

11 Fahrzeuge zum Krankentransportwagen. 1 Fahrer und ein Sani. 22 Personen, die nur tagsüber arbeiten.

4 Notarztfahrzeuge, 8 Personen in 24-stunden Schicht.

Der rote Halbmond verfügt über 35 Rettungsfahrzeuge, 5 Ärzte, 20 Volontiere, 78 Rettungsassistenten Das zweite Modell würde das Geeigneter sein, auf Grund der Mangelenden Ärzte. 

Fuhrpark:
– Möglichst Vereinheitlichung der Autotyps der Zentren

– Wartung der Autos, regelmäßig und professionell durch entsprechende regelm. Kontrollen,
durch Checkhefts, durch Inspektion für Hygiene und Desinfektion.

– Die Autos nicht draußen stehen lassen, sondern unter Dach.

Kommunikation im Rettungswesen in Gazastreifen
Die Tatsache, dass 8 Leitstellen bestehen, zwingt dazu, dass der Informationsweg umständlich wird und die Kompetenz der Leitstellen nicht klar definiert ist. Die Informationen sind nicht klar weitergeleitet worden, so dass wir empfohlen haben, eine einzige Leitstelle für den ganzen Streifen zu belassen. Statt dass 5 Arne sich mit Verwaltungsaufgaben der Leitstelle befassen, sollten 2-3 Personen, die als Rettungsassistenten ausgebildet sind, an der Leitstelle sitzen. Somit sind 5 Kräfte frei. 

Das Ziel der Kommunikation ist es, die Verbindung der Zentrale und dem Rettungsfahrzeug, zwischen Fahrzeug und anderem Rettungsfahrzeug, zwischen Fahrzeug und Rettungsteam an der Unfallstelle, zwischen Rettungsdienst und Aktivierung der zusätzlichen Dienste im Katastrophenfall, zwischen anderen Rettungskräften und Rettungsdienste, z.B. Polizei, Feuerwehr, Umwelt, Krankenhäuser. 

Die zentrale Leitstelle ist verantwortlich und weisungsbefugt bis zur Ankunft des Arztes an der Unfallstelle.

Kommunikationsmittel
Funk
Telepol
Handies

Personell:
2-3 Personen, 24 h besetzt
1-2 Personen, in normalen Fällen, 3 Personen für die Katastrophen und Ausnahmefälle
Empfohlen wird für Gazastreifen eine einheitliche Stelle, was zu kürzerem Informationsweg führt, personelle Einsparung und ein besserer Überblick in einer kürzeren Zeit.

Die Sitzung wurde beendet, auf den nächsten Tag verschoben.

Freitag, 18.5.

11Uhr
Es sollte über Rettungswesen im Katastrophenfall gesprochen werden. Leider hat Dr. Fathi Arafat kein Interesse am Projekt gezeigt.


EIN PROJEKT DER GESELLSCHAFTS- UND GESUNDHEITSSTIFTUING FÜR DIE AUF DER STRAßE ARBEITENDEN KINDER

Bekanntmachung: Aufgrund des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Mangels sowie des Desinteresses der Familien beschäftigen sich Kinder schon im jungen Alter von drei Jahren bis hin zu Grundschulkindern mit dem Verkauf von Taschentüchern ‚ Wasser oder Kaugummis, um ihre Familien finanziell unterstützen zu können.

Für sie ist die „Straße“ ihr Wohnraum, indem sie spielen, essen, ihre Hausaufgaben erledigen und auch Zuneigung bekommen.

KINDER, DIE IN DER TURKEI AUF DER STRAßE ARBEITEN

Aufgrund des wirtschaftlichen Mangels, stellt man fest, dass vor allem m den letzten zehn Jahren die Anzahl der auf der Straße arbeitenden Kinder zugenommen hat. In große Städte mit zunehmenden „Gecekondu“ (ein über Nacht gebautes Haus) wie z.B. Istanbul, Izmir, Diyarbakir, Adana, Ankara und (Jaziantep werden wir zukünftig immer häufiger auf arbeitende Kinder treffen. 

Die Anzahl der in der Türkei auf der Straße arbeitenden Kinder sind bekannt. Jedoch die Angaben des Vereines für soziale Hilfen für Kinder in Not (SHCEK) und des staatlichen Statistik Institutes (DIE) von 1994 besagen, dass 41,7% der Bevölkerung im Alter zwischen 0-18 Jahre sind und die Anzahl der Kinder im Alter zwischen 6-12 Jahren beträgt 11.900.000. Von ihnen 1.008.019 sind im Industriebereich tätig, d.h. 32.4% der Kinder arbeiten. (Quelle: 1999 Kinderzeitschrift der Türkei) 

Obwohl die Anzahl der auf der Straße und der in der Industrie arbeitenden Kinder recht hoch ist, besteht die Tatsache, dass viele der Berufstätigen nicht sehr viele Kenntnisse über ihre verrichtete Arbeit haben. 

Seit 1995 ist die Stadtverwaltung von Ankara, sowie der „ILO“ im Einsatz zur Hilfe für Kinder. 

In Istanbul hingegen ist der Verein für soziale Hilfen für Kinder in Not und der Gouverneur der Stadt Istanbul für Kinder. die auf der Straße arbeiten im Bereich Beyoglu im Einsatz. 

DIE KINDER, DIE IN ISTANBUL AUF DER STRAßE ARBEITEN

In Gebieten, indem viele „Gecekondu‘s“ und viel Zuwanderung herrscht, wird am meisten in der Nähe von Einkaufs- und Freizeitzentren verkauft.

Gebiete. die von Kindern bewohnt sind: Orte, in denen verkauft wird:

Tarlabasi, Beyoghi, Kasimpasa, Hacihüsrev Beyoglu
Sultanbeyligi, Umraniye, Dudnilu, Sogan]i Kadiköy
Esenyurt, Parseller, Fürizköy Avcilar
Bagcilar, Esenler Bakirköy
Alibeyköy, Nurtepe, Eyüp Eminönü

Man kann feststellen, dass das Alter dieser Kinder in all diesen Gebieten im Verhältnis zu den auf der Straße lebenden Kindern kleiner ist. Die Anzahl der Arbeitslosen in der Türkei steigt mit der Anzahl der berufstätigen Kinder. 

ÜBER DEN VEREIN IN ISTANBUL

Kinder und Jugendzentrum Beyoglu:

Am 25.10. 1998 wurde der Verein für soziale Hilfen für Kinder in Not und der Gouverneur der Stadt Istanbul insbesondere für die auf der Straße arbeitenden Kinder, sowie für eine Rehabilitation und Forschungsarbeiten gegründet Dieser Verein befindet sich in einem zweistöckigen Haus in Beyoglu mit fünf Fachmännern für soziale Hilfen und sieben Fachmännern für personelle Angelegenheiten. 

Bis zum 11.10.1999 wurde dieser Verein mit 457 Straßenkindern und 249 Familien gegründet. 

Im Verein: Für Straßenkinder im Alter von 4-16 besteht die Möglichkeit Zeichenunterricht Spielgruppen und Fernsehen. Unter anderem werden auch Aktivitäten in Form von Tagesausflügen und wissenschaftlichen Arbeiten angeboten. 

Außerdem wird auch von Seiten des Landrats für Gesellschafserziehung ein Kurs Ihr lesen und schreiben (vier mal die Woche) angeboten. Von der Gesundheitsstiftung wird einmal die Woche ein Kurs für Gesundheitserziehung, bestehend aus zehn Teilnehmern (Mütter der Straßenkinder), angeboten. Vierzig Familien erhalten von der Stiftung für soziale Hilfen 20.000.000 TL Ihr einen Zeitraum von drei Monaten. Manchmal werden auch Kleidungstücke und Schreibwaren gestiftet. 

Das Ergebnis einer Umfrage des Vereines im Dezember 1998 in Beyoglu, dass mit 120 Kindern die auf der Straße arbeiten gemacht wurde.

Kinder: 
davon 90% 6-14 köpfige Familie
davon 83% haben 4 und mehrere Geschwister
davon 69% Wohnort in Tarlabasi
davon 76% arbeiten in Taksim und auf der

Istiklal Straße:
davon 10% Vater ist tot
davon 86% Mutter ist nicht berufstätig
davon 6% Mutter ist tot
davon 8l% 9-l2lahre
davon 50% Schüler
davon 45% verkaufen Taschentücher
davon 74% Jungen

( Quelle: SHCEK, aus einer Broschüre über die Kinder, die im Gebiet von Beyoglu auf der Straße arbeiten und gearbeitet werden lassen. Diese Angaben stammen aus der Ermittlung vom Kinder- und Jugendzentrum aus Beyoglu (Dezember 1998) 

TARLABASI
Es wird vermutet, dass ca. 1000 Kinder in diesem Gebiet wohnen.

Durch die Zuwanderung vor zehn Jahren aus Mardin, Siit, Batman und Van wächst die Einwohnerzahl in diesem Gebiet stetig an. Die Einwohnerzahl des Stadtteils von Beyoglu beträgt 30.000. Tarlabasi besteht aus sieben Bezirksvertretern. Früher wurde dieser Stadtteil von vielen Zigeunern bewohnt, jedoch durch die Zuwanderungen aus den Städten wie Mardin, Siit oder Batman sowie der Zufluss von Einwanderern aus Iran und Irak bewirkte den Zurückgang der Zigeuner ans diesem Gebiet. 

Die Häuser in Tarlabasi sind alt, ungepflegt, billig, bestehen aus Steinbauten und sind für die Gesundheit schädlich. Diese Häuser werden von Familien mit geringem Einkommen bewohnt. Parallel zu diesem Wohnviertel befinden sich im Zentrum Parkanlagen, Schulen, Gesundheitszentren, sowie Vereine. Aus diesem Grund besteht keine Freizeitmöglichkeit für die in Tarlabasi lebenden Kinder und der Besuch wird ihnen ohne eine Aufsicht erschwert. 

Kinder:
Waren diese wirklich Kinder? Denn schließlich sorgen sie für den Unterhalt. Demnach sind sie Kinder und „erwachsene Menschen“.

Die Auswertung einer Umfrage, die mit 20 Kinder gemacht wurde. Sie wurde am 14-15-19.10.199 gemacht. Diese Kinder kommen aus Tarlabasi/Beyoglu

Kinder:
30% Wasser
30% Taschentücher
20% Schuhputzer
20% Kaugummi- und Sesamringe-Verkäufer
65% besuchen die Schule
25% gehen nicht zur Schule
10% sind noch nicht schulpflichtig
75% 7-12 Jahre alt
15% 13-16 Jahre alt
10% 4-6 Jahre alt
55% kommen aus Mardin
30% kommen aus Siirt
10% kommen aus Istanbul
05% kommen aus Batman
40% 5-7 Geschwister
30% 7 und mehr
30% bis 4 Geschwister

Wir fragten die Kinder, was sie denn gerne täten (wenn sie die Auswahl hätten),da antworteten sie, dass sie gerne Volkstänze tanzen, singen, spielen und lesen. 

Als wir die Kinder nicht als Kunden ansprachen, verhielten sie sich zurückhaltend, ernsthaft und schüchtern. 

Auf die Frage nach ihren Schulleistungen, gaben sie bekannt dass sie nicht erfolgreich seien. 

Die Kinder arbeiten entweder mit ihren Geschwistern oder auch mit ihren Freunden. Zwei Mädchen sagten, dass sie unter der Aufsicht ihrer Mütter verkaufen. 

Die Antworten auf die Frage nach ihrem Berufswunsch lautete: Lehrer, Arzt oder auch Elektriker. 

ZIEL

1. Für körperliche Gesundheit:
Erziehung des gesundheitlichen Kinderwachstums, Förderung des Familienwissens und Informationen über die Zeugung von Kinder.

Man kann feststellen, dass die Kinder keine soziale Sicherheit haben, ein geringes Einkommen und ihre Gesundheit auf der Straße riskieren. Aus diesem Grund sollte man die „Straßenkinder“ mit fundamentale Gesundheitsdiensten versorgen.

2. Für psychische Förderung:
Um die Psyche der Kinder positiv zu fördern, werden soziale Aktivitäten und Kurse angeboten; die, die Fähigkeiten der Kinder hervorheben sollen. Es werden Studien angeboten, um die Kinder zur Beendigung ihrer Schulen anzuregen, die Leistungen in der Schulen zu erhöhen und uni die Schule mit Freude zu besuchen. 

Durch die Einführung von Dialogen soll eine Unterhaltung zwischen den Kindern und ihrer Familien ermöglicht werden, um sie näher kennen zu lernen, ihre Fragen zu teilen und gemeinsam eine Lösung zu finden. 

Es werden Projekte zur Verbesserung des Images der arbeitenden Kinder auf den Straßen organisiert. 

Spezifische Probleme der Kinder sollen festgestellt werden und diese sollen durch eine Personenkette zu den Institutionen weitergeleitet werden. 

ARBEITSMETHODE

A) Gesundheitserziehung:

-Gesundheitserziehung für die Kinder und ihrer Familien~ die in den Verein für soziale Hilfen für Kinder in Not kommen
-Gesundheitserziehung für die Familien der auf der Straße arbeitenden Kinder, welches vom Verein gegründet wurde.
-Gesundheitserziehung für die Menschen, die in Tarlabasi arbeiten.
-Gesundheitserziehung von Seiten der Spezialisten in sozialen Hilfen, Freiwilligen, Lehrern und anderen solcher Berufsgruppen.

B) Gesundheitliche Hilfe

-Die kostenlose Nutzung der gesundheitliche Hilfen für die auf der Straße arbeitenden Kinder ist von Seiten des Vereines gewährleistet.
-Auf die spezifischen Fragen und Probleme der Kinder wird versucht gesundheitliche Hilfen zuleisten (z.B. Impfungen, Tbc)

C) Soziale Aktivitäten

Freiwillige bieten aufgrund der Interessen der Kinder soziale Aktivitäten an Aktivitäten:
•Handarbeiten: (Stoff/Glas)
Basteln von Blumen
Gips
Makrome

•Musik:
Chor und Solo
Saz- und Gitarrenkurse

•Theater:
Theaterkurs und der Besuch von Theaterstücken

•Zeichnen:
freie Malerei

•Folklore

D) Studien und Lesekurse:

Ein Kurs Ihr die zur Schule gehenden Kinder, uni ihnen bei ihren Hausaufgaben zu helfen und auf eventuelle Fragen zu geben Um die Gewohnheit zum Lesen zu stärken, das Lesen beliebter zu gestalten und ihren Horizont zu erweitern, wird dieser Kurs angeboten. (die Bücher sind gestiftet worden) 

E) Aktives Zuhören:

Förderung der Beziehung zwischen den auf der Straße arbeitenden Kinder sowie ihrer Familien und den auf der Straße lebenden bzw. finanziell abhängigen Kindern. Es soll erreicht werden ‚ dass sie Wärme, Offenheit und auch auf ihre Fragen gemeinsam eine Antwort finden. 

F) Um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Menschen zu fördern und die Kinder für ihre Aktivitäten sowie in materieller als auch in moralische Hinsicht zu belohnen, wird ein Jahrmarkt und eine Ausstellung organisiert 

G) Lustkette: 

Tauchen juristische Probleme auf, so werden die Kinder und ihre Familien zur Istanbul Kinderrechts Kommission weitergeleitet. 

Leiden Kinder und ihre Familien unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten, so wird Kontakt mit dem Verein für soziale Hilfen für Kinder in Not (SHCEK) aufgenommen und dafür gesorgt, dass die Familien mit Bargeld unterstützt werden 

Falls die Familie für die Kinder/das Kind nicht sorgen kann oder ein/beide Elternteile fehlen und die Kinder Schutz brauchen, so wird dies dem SHCEK gemeldet 

Für die Familien mit einem geringem Einkommen und ohne eine soziale Sicherheit wird einArt „Greencard“ verteilt, um auch von den gesundheitlichen Hilfen kostenlos gebraucht machen zu können. Die erfolgt aufgrund einer Vereinbarung mit dem Bürgermeister. Außerdem wird auch diesen Familien die Inanspruchnahme der Obdachlosenhilfe zur Verfügung gestellt. 

Den Kindern, mit denen wir in Kontakt sind oder auch mit denen, die uns ansprechen bieten wir eine Behandlung bei UMATEM (Rehabilitationszentrum für Konsumenten von Dämpfen) 
Ziel der Anzahl der Kinder 10 Kinder, Gruppe 1; 10 Kinder, Gruppe 2 in Arbeit mit 20 Kindern
Ort: Tarlabasi
Dauer: 6 Monate, je nach Fähigkeiten kann die Dauer verlängert werden. 

Programm: fünf mal die Woche, insgesamt 40 Stunden, außerhalb der Schulzeit der Kinder, nach der Zeit der Freiwilligen wird das Programm festgelegt.
Die ersten 10-15 Tage sind Vorbereitungen, danach beginnt die Praxis. 

Menschenquellen:
Freiwillige Mitarbeiter: 4-6 Leute
Die Mitglieder sind erfahrene Lehrer und Studenten.
Zusammenarbeit mit: Inci Ekin (TOSAV), jemand der Ratschläge geben kann 

MATERIELLE QUELLE

1. Der Verein hat nach seinen eigenen (finanziellen) Kräften einen Ort/Platz gemietet. Die Gruppe ihr die gesundheitlichen Angelegenheiten wir vorübergehend diesen Ort nutzen. 

2. Aus den unten aufgelisteten Gestehungskosten sind die Stifte entnommen, da sie gestiftet wurden, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten der Stiftungsmitglieder oder vom Stiftungsetat bereitgestellt wird. 

3. Es soll eine Bekanntmachung der materiellen Quelle gemacht werden, um die Möglichkeit für Spenden zu gewährleisten. 

Vorbereitung:
Elektrische Heizung 2 Stück 40.000.000
Tische 2 Stück 30.000.000
Stühle 2 Stück 100.000.000
Kissen 20 Stück 20.000.000
Tafel 1 Stück 5.000.000
Telefon 1 Stück 50.000.000
Teppichboden 50 qm 100.000.000

GESAMTSUMME 345.000.000 TL

VEREIN FÜR GESELLSCHAFT UND GESUNDHEIT – 1999, ISTANBUL ___________________________________________________________________ 
Übersetzt von: Gülsen Demir, 18 Jahre, Hufschmiedstr. 5, 42105 Wuppertal, 28.03.2000