Jahresbericht 2002

Jahresbericht 2002

A Projekte

1. Palästina I
2. Palästina II
3. Spende eines Notarztkoffers für Kurdistan/Nordirak
4. Palästina III
5. Palästina IV
5.1.Rollstühle
5.2.Nahrungsergänzungsmittel
5.3.Medikamente, Verbandsmaterial und medizinisches Gerät

B Öffentlichkeitsarbeit

1. Vorträge
2. Kunst, Kultur
3. Sonstiges 

C Unsere Kontaktpersonen im Ausland

D Sponsoren

E Nachweise

A Projekte

1. Palästina I

Unser vom Auswärtigen Amt 2001 unterstützter Einsatz zum Aufbau einer Notfallstation und zur Ausbildung in Notfallmedizin und –krankenhilfe in Ramallah/Al-Bireh (Palästinensische Autonomiegebiete) wurde Anfang 2002 durch Versendung eines Materialcontainers mit medizinischem Gerät und Medikamenten weitergeführt. Durch logistische Probleme sowie die Kriegssituation konnte allerdings das Ziel des Aufbaus einer Notfallstation nicht erreicht werden. Palästina bleibt aber ein wichtiges Zielgebiet unserer Arbeit. 

2. Palästina II

Durch eine großzügige Spende von Herrn Michael Wirtz , Grünenthal GmbH konnten mehrere Krankenhäuser in Jerusalem und Bethlehem mit Arzneimitteln, Verbandsstoffen und medizinischen Geräten im Wert von 229.541,46 DM versorgt werden. Das Projekt wurde bereits im November 2001 organisatorisch durch Akram Naasan vom Verein Internationale Nothilfe e. V. und Heribert Grouls von der Grünenthal GmbH vorbereitet. Die Kontakte zu Herrn Michael Wirtz stellte Frau Geller, stellvertretende Geschäftsführerin der action medeor e.V. her.
Hilfsgüter dürfen nur in die betroffenen Gebiete eingeführt werden, wenn eine Importlizenz vorliegt. Die Bearbeitungszeit dauert leider recht lange, weshalb schon bei der Planung von Hilfstransporten eine entsprechend lange Zeitspanne berücksichtigt werden muss. Die schriftliche Bestätigung der Spende durch die Grünenthal GmbH erfolgte am 13.11.2001. Am 10.12.2001 wurde Esko Nykanen, bevollmächtigter Vertreter der IEH e. V. in Jerusalem über die Spende informiert. Gleichzeitig erhielt er alle erforderlichen Unterlagen, um den Antrag auf Erteilung der Genehmigung bei der Palästinensischen National Authority zu stellen. Dieser wurde mit dem Schreiben vom 26.12.2001 an das Israelische Department of Customs and VAT weitergeleitet. Die IEH erhielt am 22.Januar 2002 die Genehmigung, die Hilfsgüter nach Palästina zu schicken. Nun startete das Projekt in die operative Phase, in der die Sendung mit dem am 11.3.2002 von Köln nach Tel Aviv verschickt wurde und am 16.03.2002 eintraf. Am 25.3. 02 erreichten die Medikamente Ramallah und am 26.03.02 wurden sie im IEH-eigenen Lager untergebracht. Unser Vertreter Esko Nykanen nahm die Sendung in Ramallah in Empfang. Er organisierte die sichere Lagerung im IEH- eigenen Lager und den anschließenden Transport zu folgenden Krankenhäusern:

Empfänger, Inhalt

Creche, Bethlehem, Sist.Sophie Arzneimittel
Creche, Bethlehem, Sist.Sophie Arzneimittel
Emmaus „Ave“, Bedo Arzneimittel, Verbandsstoffe
Patients-Friend, Bethlehem Arzneimittel, Verbandsstoffe
Patients-Friend, Bethlehem Arzneimittel
King-Hussein-Hospital, Bethlehem Arzneimittel
King-Hussein-Hospital, Bethlehem Arzneimittel
Aboud-Mecical-Center, Caritas Arzneimittel
Aboud-Mecical-Center, Caritas Arzneimittel
Aboud-Mecical-Center, Caritas Verbandsstoffe
Taybeh-Medical-Center, Caritas Arzneimittel
Taybeh-Medical-Center, Caritas Arzneimittel
Taybeh-Medical-Center, Caritas Verbandsstoffe
Beit-Jala Gov. Hosp., Bethlehem Arzneimittel
Sisters Caritas, Isfya, Bethlehem Arzneimittel, Verbandsstoffe, Geräte
Caritas-Baby-Hospital, Bethlehem Arzneimittel

Die Transportkosten des Spediteurs wurden durch Grünenthal übernommen. Nicht nur Esko Nykanen, sondern auch Akram Naasan, der ebenfalls bei der Ankunft der Medikamente in Ramallah dabei war, kann bestätigen, wie groß die Freude über die Lieferung in den Krankenhäusern bei medizinischem Personal und Patienten war. Das Projekt wurde am 03.05.2002 erfolgreich abgeschlossen. 

3. Notarztkoffer für Kurdistan/Nordirak

Ein kleines, aber nicht minder wichtiges Projekt war die Lieferung eines Notarztkoffers nach Kurdistan/Nord-Irak.
Das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor e. V. spendete den Notarztkoffer im Warenwert von 919,81 Euro. Empfänger der Spende war Frau Dr. Nur Bucak, Chefärztin in Siverek 

4. Palästina III (Medikamentenlieferung nach Jenin)

Ein weiteres Projekt war die Lieferung von Medikamenten im Wert von 2.500 Dollar, die von der Firma Pharma-Car, Partnerfirma der Grünenthal GmbH in Jerusalem gespendet wurde. Esko Nykanen nahm die Lieferung am 9.7.2002 in Ramallah in Empfang. Am 17.07.2002 schreibt Esko Nykanen an Akram Naasan per e-mail:
„Lieber Akram Naasan, ich habe endlich vorige Woche am Dienstag, den 09.07.02 die Medikamente mit 2500 USD nach Jenin bringen können. Die Stadt war geschlossen, aber ich habe die Erlaubnis von der Israelischen Armee bekommen, in die Stadt zu gehen. Dr. Nehad Al-Gool war sehr zufrieden und einen Tag später hat er mich angerufen und folgendes erzählt: Er hatte Medizin für eine Familie gegeben, wo der Mann gelähmt ist und Frau und drei Kinder hat. Er braucht Medizin für monatlich 300 Shekel, aber hat kein Geld. Jetzt hat er Medizin für ein Jahr. Sie waren sehr überrascht und glücklich und haben ein großes Dankeschön an uns gesendet. Vielleicht werde ich später ein paar Fotos von der Familie machen? Nehat sendet mir die Quittung per Fax und ich werde es Dir weiterleiten. Viele Grüße von meiner Familie. IEH. Esko Nykanen, Jerusalem“ 

5. Palästina IV
5.1. Rollstühle

Der Internationale Nothilfe e. V. konnte das Belgische Rote Kreuz zur Zusammenarbeit gewinnen. Den Kontakt stellte Akram Naasan vom IEH her, da er u. a. auch in St. Vieth als Notarzt tätig ist.
Walther Langer, Präsident des Belgischen Roten Kreuzes lud Akram Naasan zu einem Vortrag über die medizinische Situation im Heiligen Land ein. Die Reaktion darauf war eine Spende von fünf Rollstühlen durch das Belgische Rote Kreuz für das Gaza-Gebiet. 
Unser Kontaktmann Esko Nykanen, der die Bedürftigkeit vor Ort besser einschätzen kann, entschied, dass drei Rollstühle nach Gaza und 2 Rollstühle nach Bethlehem kommen. Alle Rollstühle kommen älteren oder behinderten Menschen zugute. Ein Rollstuhl leistet z. B. am Checkpoint in Gaza gute Dienste. Ein alter Mann, der regelmäßig seinen Sohn im Gefängnis besucht, kann nun mit Hilfe des Rollstuhls die 100 Meter Grenzbereich bewältigen, die mit dem Auto nicht befahren werden dürfen. 

5.2. Spende von Nahrungsergänzungsmitteln

Die niederländische Firma ASF Group erklärte sich bereit, dem IEH e. V. Nahrungsergänzungsmittel im Wert von 25.000 Dollar zu spenden. Der Kontakt wurde durch Esko Nykanen hergestellt. Die Spende ging u. a. nach Jenin. 

5.3. Medikamente, Verbandsmaterial und medizinisches Gerät

Am 17.9.2002 wurde ein Projekt in die Wege geleitet, welches erneut eine Lieferung von Medikamenten, medizinischen Geräten und Verbandsstoffen nach Palästina beinhaltete. Erneut arbeitete unser Verein mit der Grünenthal GmbH zusammen. Der Warenwert der Sendung betrug 229.118,24 Euro.
Am 24.11.2002 stellte der palästinensische Vizeminister für Gesundheit den Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur Einfuhr von Hilfsgütern der Internationalen Nothilfe e. V. beim Israelischen Zoll. Diese wurde am 30.01.2003 erteilt.
Die operative Phase des Projekts begann.Der Transport ging am 20.02.2003 von Köln nach Tel Aviv . Ankunft der Sendung war am 22.02.03

Folgende Krankenhäuser erhielten Spenden aus diesem Hilfstransport:

-Pharmacare PLC, Beitunia
-Taybeh Medical Center, Taybeh
-Aboud Medical Center, Aboud
-Patient’s Friends Society, Bethlehem
-Crèche, Bethlehem
-King Hussein Hospital, Bethlehem
-Caritas Baby Hospital, Bethlehem

Unser Vertreter Esko Nykanen nahm die Sendung am Flughafen in Empfang und kümmerte sich um den Transport in die o. g. medizinischen Einrichtungen. Das Projekt wurde am 1.3.2003 abgeschlossen. 

B Öffentlichkeitsarbeit

1. Vorträge:

1.1. Auf Einladung des Belgischen Roten Kreuzes berichtete Akram Naasan am 18.02. in Eupen und am 19.2.02 in St. Vieth über seine Arbeit im Krisengebiet Nahost.

1.2. Auf dem Sommerfest des Deutschen Medikamentenhilfswerkes action medeor e. V. hielt Akram Naasan einen Vortrag am 30. Juni 02 über das Thema: „Die medizinische Versorgung von Landminenopfern“ 

1.3. Auf dem 9. Offiziersseminar am 30.10.2002 in der Evangelischen Akademie Meißen unter dem Motto „Unter einer Flagge – und doch verschieden“ hielt Akram Naasan einen Vortrag zum Thema „Möglichkeiten und Probleme der Zusammenarbeit zwischen Militär und NGO’s am Beispiel der Opfer von Landminen“. Tagungsteilnehmer waren Offiziere aus Deutschland, Polen und Tschechien.

1.4. Vom 15. November bis 17. November 2002 fand an der Evangelischen Akademie Meißen eine Tagung unter dem Motto „Islam, Islamismus und Demokratie- Spielräume für das Zusammenleben“ statt. Akram Naasan referierte im Rahmen dieser Veranstaltung am 16. November 2002 über das Thema „Medizinische Hilfe im Heiligen Land“.

2. Kunst und Kultur:

Der Fotojournalist W. Reiher fuhr für 10 Tage nach Palästina. Dort entstanden zahlreiche Fotos, ein Teil davon wurde dem Verein Internationale Nothilfe zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug erhielt er eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro.

Zugunsten der IEH stellte die Künstlerin Yvonne Heimbach in den Räumen der action medeor ihre Exponate aus den Bereichen Malerei und Textilgestaltung aus. 

3. Sonstiges 

Teilnahme an Abschiedsfeier am 26.02.2002 für Ursula Geller, langjährige Unterstützerin der IEH, stellvertretende Geschäftsführerin der action medeor anlässlich ihres Eintritts in den Ruhestand; Vertreter der IEH war Akram Naasan Kondolenzschreiben der Mitarbeiter der Prothesenwerkstatt Diana anlässlich des Todes von Regine Hildebrand, das Akram Naasan an Frau Winkelmann, Willy-Brandt-Haus Berlin weiterleitete. Regine Hildebrand hatte lange Jahre unsere Arbeit unterstützt und begleitet. 

C Unsere Kontaktpersonen im Ausland:

Palästina, Israel, Jordanien: Esko Nykanen
Kurdistan, Irak: Dr. Niaz Miran

D Sponsoren 2002

<Grünenthal>ASF Group, Niederlande Pharmacar (Ramallah)
Deutsches Medikamentenhilfswerk action medeor e. V.
Belgisches Rotes Kreuz

E Nachweise

<Grünenthal> Die Nachweise für das Jahr 2002 finden Sie im Jahresbericht 2003, da wir einige Spendenbescheinigungen erst 2003 erhielten. Vielen Dank!