Jahresbericht 2004

Jahresbericht 2004


1. Medikamentenspende

Am 01.05.04 konnte unser Vertreter Esko Nykänen in Ramallah die erfolgreiche Ankunft eines Medikamententransportes vermelden. Er übernahm die Verteilung der Medikamente im Wert von 220.000 Euro an Krankenhäuser in Bethlehem, Jenin, Tolkrem und im Gaza. 
Diese Hilfslieferung konnte durch die Spende der Grünenthal GmbH realisiert werden, die auch die Transportkosten übernahm.

2. Hilfsgütertransport in den Irak

Am 15.6.04 startete ein Hilfsgütertransport mit Sanitätsartikeln, medizinischen Geräten und Einrichtungsgegenständen für Krankenhäuser im Wert von 188.000 Euro von St. Vieth, Belgien in den Irak. Ziel der Aktion war die Unterstützung für bedürftige Krankenhäuser in Bagdad, Basrah und Karkuk. 
Die Maßnahme wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Medikamentenhilfswerk action medeor e. V. durchgeführt und konnte u. a. durch die Unterstützung folgender Institutionen realisiert werden: 

– Bundesministerium für Verteidigung
– Staatssekretärin Frau Polster, Gesundheitsministerium Magdeburg
– Kreiskrankenhaus Rudolf Virchow Glauchau gGmbH
– Krankenhaus St. Vieth, Belgien
– Feuerwehr St. Vieth, Belgien (insbesondere Günther Schleck, der die Organisation des
Transportes übernahm)

Projektpartner vor Ort war Dr. Niaz Miran (IEH Nordirak).
Am 22.06.04 konnte die erfolgreiche Ankunft des Transportes und die Übergabe an die entsprechenden Krankenhäuser gemeldet werden.

3. Medikamentenspende für Uruguay

Ein weiteres Projekt wurde im Juli vorbereitet. Ein Treffen mit Herrn Wirtz von der Grünenthal GmbH ergab, dass die IEH wiederum eine großzügige Spende von diesem Pharmaunternehmen erhalten konnte. Der Umfang dieser Spende beträgt 7 t.
Diese konnten wir auf Empfehlung des DRK und der Deutschen Botschaft in Uruguay den Krankenhäusern in Montevideo und umliegenden Gebieten zukommen lassen. 
Das DRK übernahm die Transportkosten und die Verteilung vor Ort. Somit arbeiteten wir erstmalig mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen und die Zusammenarbeit verlief sehr gut. Den Kontakt zum Bundesverband des DRK stellte Herbert Preissing vom Bundesministerium für Verteidigung her.
Die Verteilung der Medikamente vor Ort an die Krankenhäuser Montevideo und Umgebung wurde durch die Deutsche Botschaft realisiert.

4. Projekt Sri Lanka

Weihnachten 2004 eilte die Nachricht vom schrecklichen Tsunami um die Welt, bei dem zigtausende Menschen den Tod fanden, obdachlos wurden oder ihre Familie verloren.
Sofort rief die Internationale Nothilfe und die Notarztbörse zur Hilfe auf. 65 Ärzte – der überwiegende Teil Fachärzte- und Krankenschwestern hatten sich gemeldet, davon sogar in der Silvesternacht per E-mail über 30 Ärzte, die ihre Hilfe in Form von personellem Einsatz im Katastrophengebiet anboten.
Die Hilfe der Internationalen Nothilfe bestand im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:

1. Transport von gespendeten Medikamenten nach Sri Lanka
2. Transport von gespendeten Verbandsmaterial und medizinischen Instrumenten nach Sri
Lanka
3. Einsatz von Fachpersonal im betroffenen Gebiet

Zu 1 und 2:

Medikamente im Wert von 660.000 Euro (6,5 t) wurden von der Grünenthal GmbH zur Verfügung gestellt. Weitere Medikamente kamen von action medeor und den Kliniken in Hamburg, Wuppertal, Bergmannsheil Bochum, Nürnberg und Hildesheim.
Die Sri Lanka Airline übernahm die Transportkosten der Sendungen von Grünenthal und Action medeor. Den Kontakt stellte Herbert Preissing vom Bundesministerium für Verteidigung, Führungszentrum humanitäre Hilfe her.

1. Sendung Grünenthal (Packliste vom 29.12.2004 von Grünenthal GmbH)

Kg m³ Inhalt 

1 363,8 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
2 367,0 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
3 365,2 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
4 369,0 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
5 369,2 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
6 362,6 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
7 370,6 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
8 363,8 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
9 370,4 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
10 370,0 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
11 365,2 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
12 366,6 1,96 12160 Tb. Synalar-Creme15g
13 175,8 1,70 1080 Tb.Synalar-Creme 15g
9600 Pack. Roxigrün 150 mg a10

4579,2 25,20 147.000 Tb.Synalar-Creme15g

2. Sendung Grünenthal

600 Fl. Amoxypen-Saft 250 ml
2800 Fl. Tramal-Tropfen, 
1539 Packg. Zaldiar, 

Weitere Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Instrumente wurden durch die Einsatzkräfte mitgeführt, u. a. von Dr. med. Kerstin Findeis und Dr. med. Karsten Müller:

30 Amp. Ketanest S a` 5ml
20 Amp. Novalgin 2,5 mg
25 Amp. Xylonest 2%
50 Amp. Tramal 100mg
20 Amp. Etomidate
5 Amp. Urbason 1000mg
100 Amp. Dormicum a 5 mg

Zu 3:

Die IEH hat im Zeitraum von Januar bis Mai 2005 insgesamt 8 Ärzte, 1 Arzt im Praktikum und eine Intensivschwester zur Hilfe vor Ort entsendet.

Im Einzelnen waren dies:

1. Einsatz
Dr. Kerstin Findeis, Anästhesistin
Dr. Karsten Müller, Neurochirurg

2. Einsatz
Dr. Benjamin Kinast, Chirurg
OA Dr. Christian Queitsch, Unfallchirurg

3 Einsatz
CA Dr. Thomas Gündel, Kinderchirurg

4. Einsatz
OA Dr. Joachim Frise, Unfallchirurg
Hussein Jonaidi, Arzt im Praktikum

5. Einsatz
OA Dr. Wolfgang Westenhöfer, Chirurg, Unfallchirurg und Rettungsmediziner

6. Einsatz
Dr. Henry Scheerat, Chirurg
Ulrike Groll, Fachkrankenschwester für Intensivmedizin

Schlussfolgerung 

Die Hilfe für die Tsunami-Opfer durch die IEH erfolgte innerhalb kürzester Zeit. Am 26.12.04 wurde die Katastrophe bekannt, am 29.12. 04 stand bereits die erste Hilfslieferung von Medikamenten am Flughafen Frankfurt bereit und traf am 1.1.05 in Sri Lanka ein. Schon am 02.01.05 traf das erste Ärzteteam der IEH im Katastrophengebiet ein. 
Das bedeutet, dass die IEH durch die Hilfe und Unterstützung ihrer Partner wie z. B. von Grünenthal GmbH, insbes. durch Herrn Michael Wirtz und Herrn Grouls, durch action medeor, durch das Führungszentrum humanitäre Hilfe des Ministeriums für Verteidigung, durch die Notarztbörse und nicht zuletzt durch die freiwillige, unentgeltliche Hilfe der Ärzte, die ihren Urlaub opferten in der Lage war, kurzfristige Hilfe bei Katastrophen zu organisieren.