Über uns

Wer ist die International Emergency Help?

Die IEH ist eine international arbeitende Nichtregierungsorganisation, die mit dem Ziel gegründet wurde, medizinische Nothilfe in den Krisenregionen dieser Welt zu leisten. Unser unparteiliches Engagement soll das Leid der Opfer von Kriegshandlungen und Naturkatatrophen schnell und effektiv lindern.

Die IEH ist ein Zusammenschluss von Fachkräften aus dem Bereich der Medizin, der Orthopädietechnik und anderer Berufszweige. Unsere Vorgängerorganisation, die Voluntary Relief Doctors (VRD), begann ihre Arbeit 1990 mit einem medizinischen Soforthilfeprogramm für die kurdischen Gebiete im Nordirak. Inzwischen können wir auf humanitäre Einsätze in vielen Krisengebieten der Welt – u. a. in Bosnien, Palästina, Angola, der Türkei und im Süd-Irak zurückblicken.

Uns alle verbindet die Vision, den Bedürftigen nicht nur mit medizinischer Hilfe oder durch Nahrungsmittelbeschaffung beizustehen, sondern im Rahmen von nachhaltiger Wiederaufbauhilfe für eine psychische und physische Rehabilitation, z. B. von Amputationsopfern, zu sorgen, sowie durch Ausbildung und Fortbildung einheimischer Kräfte bleibende Strukturen und qualifizierte Arbeitsplätze, u. a. in der Herstellung von dauerhaften (in der Fachsprache: definitiven) Prothesen, zu schaffen.

Entstehung und Geschichte der International Emergency Help

Soforthilfe für Kurdistan

Um die dringende Not in Kurdistan zu lindern und weiteres über die Bedürfnisse und vor allem über die medizinische Infrastruktur in den Flüchtlingsgebieten zu erfahren, schlossen sich u. a., ohne eine Priorität zu setzen, der Wittener Anästhesist Akram Naasan, ein Kurde aus Syrien, Dawoodi Haj, ein Kurde aus dem Iran und Christian Teske, ein Sozialarbeiter aus Radevormwald zu einer ersten privaten Initiative zusammen.
Mit einem Mercedes Jeep und einem Busanhänger transportierten sie im März 199l Medikamente, Kleidung und Lebensmittel aus Spenden des „Deutschen Medikamenten-Hilfswerkes Action Medeor“ und privaten Spenden Wittener Ärzte nach Sirnak (Türkei) und übergaben sie direkt den Flüchtlingen. Kurz darauf wurde ein Verein Namens ,,Soziale Soforthilfe Kurdistan“ gegründet.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörte u.a. Akram Naasan. Den Vorsitz übernahm der Arzt Dr. Wyra Karem aus Bottrop. Zum Vorstand gehörten Akram Naasan, Arzt, Bochum, Klaus Völkel, Historiker, Witten und Siegfried Martsch, MdL NRW, Borken.

Im April 1991 beschloss der Landtag des Landes Brandenburg die Aktion ,,Kurdenhilfe“. Dem folgte ein Kabinettsbeschluss, nach welchem das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen (MASGF) sowie die Brandenburgische Ausländerbeauftragte Almut Berger mit der Koordination der Kurdenhilfe beauftragt wurden. lm Auftrag des MASGF organisierte Dr. Möpert die Spendenaktionen im Land Brandenburg. Hier erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit Rolf Wettstädt, MdL, der selbst Transporte nach Kurdistan aktiv begleitete.
Die Ergebnisse der Brandenburger Spendenaktion konnten in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter- Samariter- Bund (Ortsverband Witten) im April und Mai 1991 nach Nordirak gebracht werden. Es waren zwei weitere Transporte von insgesamt sechs LKW-Ladungen mit Kleidung, Nahrungsmitteln (insbesondere Babynahrung), Medikamenten, medizinischen Geräten und einer Trinkwasseranlage. Zum weiteren Ausbau und zur Sicherung der medizinischen Infrastruktur der Region konnte mit diesen Transporten auch aus NRW ein Notstromaggregat, ein Operationstisch und ein Ambulanzwagen nach Diana gebracht werden. Weitere Lieferungen von Medikamenten, Krankenhauswäsche und Lebensmitteln vorwiegend aus Brandenburg und NRW, erfolgten zwischen Juli und September 1991. In Zusammenarbeit mit dem Hochkommissariat für Flüchtlingsangelegenheiten der UNO (UNHCR) konnten von Voluntary Relief Doctors bis April 1992 über 900 Tonnen Lebensmittel sowie 65 Wasserpumpen in die Städte Kalar und Sumud gebracht werden.

Von Juli bis Oktober 1992 waren über die Voluntary Relief Doctors insgesamt 48 Ärztinnen, Ärzte und Schwestern aus Deutschland, insbesondere Brandenburg, aus Österreich und der Schweiz in Diana, Batufa und Shoman im Einsatz. Neben der personellen Verstärkung in den Krankenhäusern führten sie die ambulante Versorgung der Bevölkerung durch, wie z. B. in Zusammenarbeit mit dem Komitee Cap Anamur 11 das Impfprogramm der UNO.

Freiwillige Notärzte

Das von Kurden besiedelte Gebiet erstreckt sich über fünf Staaten. Die Kurden bilden Minderheiten im Osten der Türkei, in Syrien, im Irak, im Iran sowie in Armenien. Als verkehrstechnisch günstiger Ansatzpunkt für weitergehende Hilfsmaßnahmen erwies sich die Stadt Diana in der an die Türkei und den Iran angrenzenden nordirakischen Provinz Arbil, die von Kurden autonom verwaltet wird.

lm August 1991 kam es im Nordirak zu Gefechten zwischen kurdischen Freiheitskämpfern und der irakischen Armee, während die Türkei begonnen hatte, die kurdischen Gebiete aus der Luft anzugreifen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich eine Gruppe der ,,Sozialen Soforthilfe Kurdistan“ (das war unser Gründungsname von vier Ärzten und zwei Krankenschwestern unter der Leitung des Allgemeinmediziners Dr. Daniel Pütz) in Diana (Nordirak). Beim Rückzug der alliierten Truppen aus dem Gebiet der Türkei musste ein völkerrechtlich neutraler Organisationsname gefunden werden, um eine Aufnahme in den Evakuierungsplan der UNO zu gewährleisten. Die örtlichen UNO-Repräsentanten schlugen den Namen Voluntary Relief Doctors (Freiwillige Notärzte) vor.
Für die Akkreditierung stellte die UNO Bedingungen, wie die künftige Einreise und Transport nach Kurdistan über Bagdad, welche die VRD aus Kostengründen nicht akzeptieren konnte. Somit wurde sie zwar bei der UNO angemeldet und in den Evakuierungsplan aufgenommen, eine Akkreditierung erfolgte seinerzeit jedoch nicht. Dennoch arbeitete die VRD von Anfang an unter diesem Namen international auch mit den Organen der UNO eng zusammen.